Die Hölle der Mrs. Rochester

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Jean Rhys: Die weite Sargassosee

Dieser einzigartige Klassiker, den ich euch heute vorstellen möchte, hat meine Sicht auf einen meiner Lieblingsromane des Viktorianismus – Jane Eyre von Charlotte Brontë – grundlegend verändert, denn bis dato zählte der düstere Protagonist mit der romantischen Seele, Edward Rochester, in den Jane Eyre sich hoffnungslos verliebt, zu meinen favorisierten literarischen Anti-Helden. Charlotte Brontë zeichnete ihn als einsamen, verbitterten Mann, der seine wahnsinnige Frau Bertha auf dem Dachboden seines Herrenhauses Thornfield Hall vor aller Welt versteckt hält, um sie vor sich selbst zu beschützen. Bertha, die aus der Karibik stammt, beschreibt Brontë als völlig außer Kontrolle geratene, gewalttätige Frau, die Rochester das Leben zur Hölle macht.  Mehr erfährt der Leser über diese mysteriöse Frau nicht.

Die tragische Geschichte der Mrs. Rochester

In ihrem großartigen Roman Die weite Sargassosee gibt Jean Rhys Rochesters wahnsinniger Frau, der „Mad Woman in the Attic“1, eine Stimme und erzählt ihre tragische Lebensgeschichte, die sowohl Bertha als auch Rochester in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Als ich den Roman das erste Mal las, war ich von Jean Rhys‘ literarischer Ausdruckskraft begeistert: Sie ist eine geniale Erzählerin, die diese Vorgeschichte von Jane Eyre so brillant konzipiert hat, dass man als Leser das Gefühl hat, die beiden Romane seien parallel zueinander entstanden, obwohl dies nicht der Fall ist (Jane Eyre wurde 1847 veröffentlicht, Wide Sargasso Sea 1966).

Traumatisiertes Kind und willensstarke Heranwachsende

Der Bewußtseinsroman, der im Jamaika des 19. Jahrhunderts und in England spielt, besteht aus drei Teilen: Teil 1 entfaltet sich auf Coulibri, einer einst glanzvollen, aber nun heruntergekommenen Plantage auf Jamaika. Die Protagonistin Antoinette Cosway (so lautet der richtige Name von Bertha, Rochester hatte ihr diesen weniger wohlklingenden Namen gegeben, weil ihm Antoinette nicht gefiel) erzählt von tragischen und unglücklichen Ereignissen ihrer Kindheit und Jugend, die von der Krankheit ihres kleinen Bruders und der mentalen Instabilität ihrer Mutter geprägt waren. Darüber hinaus fühlt sich Antoinettes Familie von der wachsenden Feindseligkeit der Schwarzen, die nach der Abschaffung der Sklaverei zu Recht aufbegehren, mehr und mehr bedroht, bis schließlich eine Katastrophe über sie hereinbricht, nach der nichts mehr so ist wie es war.

Die fremde karibische Ehefrau

In Teil 2 lässt Rhys die Leser abwechselnd in Rochesters, dessen Namen Rhys nie erwähnt, und Antoinettes Gedankenwelt eintauchen. Beide berichten von ihren unterschiedlichen Eindrücken ihrer Hochzeitsreise nach Granbois/Dominica. Für Rochester war es keine Liebesheirat, und er gibt zu, dass seine Frau für ihn eine Fremde ist, deren Ansichten und Umfeld er nicht versteht. Für ihn ist sie ein „Produkt“ der Karibik, das absolut unenglisch ist und mit dem er nicht das Geringste gemeinsam hat. Als er dann auch noch einen Brief erhält, in dem Antoinette und ihre Mutter auf das Übelste diffamiert werden, steht seine Meinung fest: Er muss diese ungezähmte Wilde, deren Sinnlichkeit ihm unheimlich ist, in ihre Schranken weisen. Doch Antoinette, die sich in Rochester verliebt hat, ist nicht gewillt, so schnell aufzugeben. Sie bittet ihre alte Nanny Christophine, die Vodoo praktiziert und Antoinettes Ehemann verabscheut, ihm ein Mittel unterzumischen, das ihn in leidenschaftlicher Liebe zu ihr entbrennen lässt. Doch ihr Plan geht schief und Rochester setzt alles daran, um seine Frau endgültig zu brechen.

Die Gefangene

Teil 3 ist der kürzeste und für mich berührendste Teil des Romans, der besonders unter die Haut geht. Rhys lässt uns in Antoinettes Bewußtseinsstrom eintauchen, die von Rochester nach England gebracht wurde und nun in einem geheimen kalten Dachzimmer auf seinem englischen Landsitz vor sich hin vegetiert. Erinnerungsfetzen an die besonderen Blumendüfte, das Meer, die Wärme und die wunderbaren Farben der Karibik vermischen sich mit abgrundtiefer Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Doch ein Funke Rebellion in ihr ist geblieben:  Immer wenn ihre strenge Aufpasserin, die Dienstmagd Grace Poole, schläft, verlässt sie ihr Gefängnis und erkundet das Haus, obwohl sie weiß, dass es für sie kein Entkommen gibt. Und so entschließt sie sich letztendlich, den einzigen Ausweg auf Selbstbestimmung zu wählen, der ihr geblieben ist..

Ein Meisterwerk von berührender psychologischer Tiefe

Dieser Roman ist ein großartiges Psychogramm einer Frau des 19. Jahrhunderts, deren innere Zerrissenheit durch die destruktiven Mechanismen ihres gleichgültigen und vorurteilsbehafteten Ehemanns forciert wird und sie schließlich zu einem einsamen und verzweifelten Wesen macht, dem man nur allzu gerne das Etikett „wahnsinnig“ anheftet. Von der leidenschaftlichen Frau, die ihr leuchtend rotes Kleid mit so viel Stolz trug, ist nichts geblieben – außer der Erinnerung an glückliche Momente, die mehr und mehr verblassen. Die weite Sargassosee ist aber auch ein ebenso gelungenes Psychogramm Rochesters, das ungewöhnliche Einblicke in die männliche Gedankenwelt der damaligen Zeit eröffnet und dieser literarischen Figur eine ganz andere Dimension gibt. Alles in allem ist Jean Rhys mit diesem Roman ein Meisterwerk gelungen, das für mich ein absolutes Must Read ist – auch wenn ihr Jane Eyre nicht gelesen habt.

Jean Rhys: Das bewegte Leben einer ungewöhnlichen Schriftstellerin

Jean Rhys wurde als Ella Gwendolyn Rhys Williams 1890 in Roseau auf der Karibikinsel Dominica als Tochter eines walisischen Arztes und einer kreolischen Mutter geboren. Im Alter von 16 Jahren schickten ihre Eltern sie nach England, wo sie bei ihrer Tante lebte und in Cambridge zur Schule ging. Aufgrund ihres Akzents wurde sie ausgegrenzt und zur Außenseiterin. Als ihr Traum, Schauspielerin zu werden, scheiterte, arbeitete sie zunächst als Revuegirl. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1910 lebte sie am existentiellen Limit und arbeitete u.a. als Aktmodell, um sich zu finanzieren.

1919 heiratete Rhys ihren ersten Mann (insgesamt war sie drei Mal verheiratet), den französisch-holländischen Journalisten Willem Lenglet, mit dem sie Europa bereiste. Sie hatten zwei Kinder –  einen Sohn, der jung starb, und eine Tochter. In den 20er Jahren, in denen sie u.a. auch in Paris lebte, begann sie zu schreiben. Der renommierte englische Schriftsteller/Verleger Ford Madox Ford, mit dem sie eine Affäre hatte, förderte sie. 1927 veröffentlichte sie ihre Kurzgeschichten The Left Bank and Other Stories, 1929 ihr Buch Quartet. Es folgten Romane wie After Leaving Mr. Mackenzie, Voyage in the Dark. Good Morning Midnight und Let Them Call it Jazz, von denen viele autobiografisch geprägt sind. Ich habe fast alle ihre Romane gelesen, denn ich mag ihre Art zu schreiben sehr. Besonders Voyage in the Dark kann ich euch sehr empfehlen.

Nachdem Rhys in den 40er Jahren komplett von der Bildfläche verschwand und nach Cornwall bzw. Devon in England gezogen war, gelang ihr 1966 mit dem hier vorgestellten Die weite Sargassosee (Wide Sargasso Sea) der endgültige Durchbruch als Schriftstellerin. Mit ihrem Erfolg, der in ihren Augen viel zu spät kam, haderte sie stets und blieb unbeeindruckt. Sie starb 1979 im Alter von 88 Jahren in Exeter, bevor sie ihre Autobiografie Smile Please: An Unfinished Autobiography vollenden konnte.

Weitere Einzelheiten über Jean Rhys findet ihr in der exzellenten Biografie Jean Rhys von Sanford Sternlicht (Syracuse University), die in der Reihe Twayne’s English Authors Series 1997 publiziert wurde und der ich die biografischen Details über die Schriftstellerin entnommen habe.


Originalausgabe: Rhys, Jean. Wide Sargasso Sea. London: André Deutsch Limited, 1966.
Deutsche Ausgabe: Rhys, Jean. Die weite Sargassosee. Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Frankfurt: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH, 2015.

1Titel des Buches von Sandra Gilbert und Susan Gubar: The Mad Woman in the Attic: The Woman Writer and the Nineteenth-Century Literary Imagination. New Haven: Yale University Press, 2000.

Buchcover: © Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH

Zerstörerische Liebe

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Emily Brontë: Sturmhöhe

Romantisch-verstörendes Meisterwerk des Viktorianismus

Dieser Roman zählt für mich zu den bedeutsamsten tragischen Liebesgeschichten aller Zeiten. Als ich diesen Klassiker der englischen Literatur damals zu Beginn meines Studiums gelesen habe, fand ich die fesselnde Geschichte zugleich romantisch und verstörend. Dieser Eindruck ist bis heute geblieben. Ich lese den Roman gerne von Zeit zu Zeit immer mal wieder, und er hat für mich trotz mehrmaliger Lektüre nichts von seiner Faszination verloren. Im Übrigen verbinde ich auch mit diesem Meisterwerk der Gothic Tradition immer Kate Bushs gleichlautendes Lied Wuthering Heights, das sie mit ihrer geisterhaft hohen Stimme perfekt interpretiert.

Skandal und Zumutung für die Leser der damaligen Zeit

Als der Roman 1847 unter Emily Brontës männlichem Pseudonym Ellis Bell erschien, war die hochmoralische viktorianische Gesellschaft schockiert: Die Schilderung dieser leidenschaftlichen, unkonventionellen und letztendlich zerstörerischen Liebe der beiden Protagonisten Catherine und Heathcliff, die in den Augen der Leser in ihrer Intensität und Grausamkeit nur von einem verdorbenen männlichen Autor erdacht sein worden konnte, empfand man als Skandal und Zumutung. Und so verkaufte sich der Roman anfänglich nicht sehr gut und wurde trotz einiger verhalten positiver Rezensionen weitestgehend ignoriert. Selbst Charlotte Brontë, Emilys berühmte Schwester und Autorin des Klassikers Jane Eyre, verwies in ihrem Vorwort zur Neuausgabe des Werks ihrer Schwester unmissverständlich darauf, dass es ihr unbegreiflich sei, wie man eine solche Kreatur wie Heathcliff erfinden konnte1.

Heute zählt Sturmhöhe zu den Literaturklassikern, während Emily Brontë als eine der besten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts gilt, die mit ihrem für die viktorianische Zeit innovativen Schreibstil ein einmaliges Werk geschaffen hat, das von Generation zu Generation begeistert rezipiert wird.

Das tragisch verknüpfte Schicksal der Familien Earnshaw und Linton

Der Roman spielt im englischen Yorkshire und erzählt die Geschichte der Familien Earnshaw und Linton über zwei Generationen. Der große soziale Unterschied der Familien spiegelt sich bereits in ihrem Lebensumfeld wider: Während sich das Anwesen der Earnshaws – Wuthering Heights – auf einer Anhöhe in der wild anmutenden Hochmoor-Landschaft der Region befindet, liegt das Herrenhaus der reichen Lintons – Thrushcross Grange – in einem idyllischen Tal.

Als Mr. Earnshaw eines Tages den kleinen aus Liverpool stammenden Waisenjungen Heathcliff als neues Familienmitglied mit nach Hause bringt, ist seine Familie alles andere als begeistert. Während Earnshaws Sohn Hindley Heathcliff schikaniert, wo er nur kann, nimmt Catherine (Cathy) ihn mit offenen Armen auf. Die beiden Kinder sind unzertrennlich und spielen in jeder freien Minute zusammen. Die Haushälterin Nelly, die Heathcliff anfangs sehr merkwürdig findet, nimmt sich ebenfalls seiner an und behütet ihn.

Doch dann stirbt der alte Earnshaw, der Heathcliff immer vor Hindleys Schikanen beschützt hatte, und Heathcliffs heile Welt zerfällt. Hindley sieht sich am Ziel seiner Wünsche: Er degradiert Heathcliff zum Knecht und behandelt ihn wie Abschaum. Cathys enge Bindung zu Heathcliff ist Hindley ein besonderer Dorn im Auge, aber Cathy lässt sich von Hindley nichts vorschreiben und trifft sich auch weiterhin mit Heathcliff, der in ihren Augen nicht nur ihre andere Hälfte, sondern auch ihr Seelenverwandter ist, denn beide sind wilde, ungestüme Wesen, die sich nicht einschränken lassen.

Heathcliff und Catherine: Obsessive Liebe und grenzenloser Hass

Heathcliffs Liebe zu Cathy manifestiert sich und auch Cathys Gefühle für Heathcliff werden stärker. Als jedoch der junge Linton-Erbe Edgar Cathy einen Heiratsantrag macht, nimmt sie diesen zur Überraschung aller an. Vor allem Haushälterin Nelly ist klar, dass Cathy Edgar nicht liebt, sondern die Ehe lediglich als Ausweg sieht, um sich von ihrem mittlerweile stets alkoholisierten Bruder zu befreien. Heathcliff ist entsetzt und zutiefst getroffen. Als er dann noch zufällig hört, wie Cathy Nelly anvertraut, dass sie Edgar zwar nicht liebt, aber eine Ehe mit Heathcliff aufgrund des gesellschaftlichen Unterschiedes für sie ausgeschlossen ist, verlässt er Wuthering Heights völlig verzweifelt und außer sich vor Wut, ohne nochmals mit Cathy zu sprechen. Cathy verfällt daraufhin in eine tiefe Depression, heiratet Edgar aber trotz allem und zieht mit ihm nach Thrushcross Grange.

Nach drei Jahren kehrt Heathcliff als reicher Mann und nobler Gentleman zurück und ist fest entschlossen, Cathy allen Widerständen zum Trotz zu seiner Frau zu machen. Er taucht unangemeldet bei Cathy und Edgar auf und macht aus seinen Absichten keinen Hehl. Während Edgar außer sich ist, verfällt Catherine Heathcliff erneut. Doch sie weiß, dass es für sie und Heathcliff kein Happyend geben darf, denn sie ist von Edgar schwanger. Als sie Heathcliff dies mitteilt, beginnt er in rasender Wut einen gnadenlosen und grausamen Rachefeldzug gegen die Familien Earnshaw und Linton, der auch vor der Liebe seines Lebens keinen Halt macht…

Kontroverse Charaktere im Spiegel ihrer Zeit

Während Emily Brontës Werk in unserer heutigen Zeit vor allem durch seine sehr individuell und modern gezeichneten Charaktere Heathcliff und Cathy überzeugt, waren die beiden Protagonisten für die zeitgenössischen Leser ein Affront. Man konnte sich in keiner Weise mit ihnen identifizieren, denn die willensstarken und unkonventionellen literarischen Figuren passten nicht in das moralische Schema des Viktorianismus.

Heathcliff: Düsterer Byronic Hero und charismatischer Antiheld

Dies gilt vor allem für Heathcliff, der als Inbegriff des Byronic Hero (benannt nach dem berühmten Dichter Lord Byron) gilt, ein zynisch-arroganter Antiheld, für den nur seine Regeln in der Welt gelten und der auf seine Umwelt aufgrund seiner egozentrischen Ausstrahlung und seines Charismas zugleich abstoßend und faszinierend wirkt. Doch obwohl Brontë Heathcliff primär als dunklen Charakter angelegt hat, zeigt vor allem seine bedingungslose Liebe zu Cathy, die ihn zu einem Gefangenen seiner selbst macht und ihn schließlich ins Verderben führt, dass seine leidenschaftlichen Gefühle trotz seiner kalten und schroffen äußeren Hülle nie erloschen sind.

Catherine: Weibliche Antiheldin und aufbegehrender Freigeist

Auch die weibliche Hauptfigur entspricht in keiner Weise dem damaligen Frauenbild. Mit Cathy als wilder, aufbegehrender Freigeist hat Emily Brontës zwar eine starke Protagonistin geschaffen, doch am Ende lässt sie ihre Figur an den strengen Konventionen ihrer Zeit und an ihrer tragischen Liebe zu Heathcliff scheitern. Dies macht die einzigartige Liebesgeschichte umso berührender, denn Brontë veranschaulicht auf beeindruckende Weise, dass es für leidenschaftliche Individuen keinen Platz in der damaligen Gesellschaft gab und man ihnen jedes Recht auf Liebe und Glück verwehrte.

Wilde Natur als Seelenspiegel

Was ich neben der außergewöhnlichen Geschichte besonders beeindruckend finde, ist, dass Emily Brontë ihr gewähltes Setting der wilden, schroffen und winddurchzogenen Hochmoorlandschaft Yorkshires als Seelenspiegel zur inneren Aufruhr und Zerrissenheit ihrer beiden Hauptcharaktere verwendet. Das ist ihr derart exzellent gelungen, dass der Leser bei vielen Landschaftsbeschreibungen das Gefühl hat, sie beschreibe gleichzeitig den aufgewühlten Gemütszustand ihrer Charaktere.

Emily Brontë: Exzentrische Eigenbrötlerin und passionierte Schriftstellerin

Emily Brontë wurde 1818 in Thornton/Yorkshire als mittlere Schwester der berühmten Brontë-Schriftstellerinnen Charlotte und Anne geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter zogen sie nach Haworth, das im Herzen von Yorkshires wilder Hochmoorlandschaft liegt, und wurden von ihrem Vater, einem strengen irischen Pfarrer, und einer sehr religiösen Tante erzogen. Zusammen mit ihren verbliebenen Geschwistern (ihre Schwestern Maria und Elizabeth starben bereits in früher Kindheit), Charlotte und Anne, sowie ihrem Bruder Branwell schrieb Emily schon früh Geschichten und Gedichte. Die Kinder wurden von ihrem Vater zuhause unterrichtet und insbesondere Emily, Charlotte und Anne verfügten über eine für die damalige Zeit sehr gute Bildung für Frauen.

Lehrerin und Hausfrau

Mit 20 arbeitete Emily zunächst als Lehrerin an der Law Hill School in Halifax, doch aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihre Stelle bereits ein Jahr später aufgeben. Danach widmete sie sich erst mal ausschließlich dem heimischen Haushalt, bevor sie 1842 gemeinsam mit ihrer Schwester Charlotte einen Auslandsaufenthalt im Héger Pensionnat in Brüssel wagte, wo sie Französisch und Deutsch studierten. Nach dem Tod ihrer Tante mussten sie jedoch zu ihrem Vater nach England zurückkehren.

Erste Veröffentlichung

1846 veröffentlichten die Schwestern unter ihren männlichen Pseudonymen Currer, Ellis und Acton Bell den gemeinsamen Gedichtband Poems, der jedoch keinen Anklang fand. Ein Jahr später wurde Emilys einziger Roman Sturmhöhe (Wuthering Heights) unter ihrem o.g. Pseudonym publiziert, der die viktorianische Öffentlichkeit schockierte. Die Autorin ließ sich zwar davon nicht entmutigen, doch einen weiteren Roman konnte sie leider nicht mehr verfassen: Sie starb 1848 im Alter von nur 30 Jahren an einer Lungenentzündung bzw. an Tuberkulose, da sie jegliche ärztliche Behandlung verweigerte.

Das kostbare Vermächtnis der naturverbundenen Einsiedlerin

Emily Brontë galt als introvertierte, willensstarke und manchmal schroffe Persönlichkeit, die es ihrer Umwelt nicht immer einfach gemacht haben soll. Sie liebte Tiere, die Natur und wanderte oft durch die windige Moorlandschaft. Ihr einziger Roman Wuthering Heights bleibt ihr kostbares Vermächtnis: Er spiegelt nicht nur ihre ganz besondere Sicht der menschlichen Natur und den fatalen Einfluss rigider gesellschaftlicher Zwänge wider, sondern ist zugleich Ausdruck ihres Wunsches nach Freiheit und Eigenbestimmung. Der späte große Erfolg ihres Romans, den sie leider nicht mehr miterleben durfte, reflektiert die immense Würdigung ihres Werkes, dessen leidenschaftliche Ausdrucksstärke die Zeit überdauert hat.2


Originalausgabe: Brontë, Emily. Wuthering Heights. Ware/GB: Wordsworth Classics/Wordsworth Editions Limited, 2000.
Deutsche Ausgabe: Brontë, Emily. Sturmhöhe. Aus dem Englischen von Gisela Etzel. Köln: Anaconda Verlag GmbH, 2009.
Informationsquellen über Emily Brontë und Wuthering Heights:
1Brontë, Emily. Wuthering Heights: Authoritative Text, Backgrounds, Criticism. Ed. William M. Sale, Jr. and Richard J. Dunn. 3rd ed. A Norton Critical Edition. New York: Norton, 1990.
2Maletzke, Elsemarie/Schütz, Christel (Hrsg.). Die Schwestern Brontë. Frankfurt am Main: insel taschenbuch, 2007.

Buchcover: © Anaconda Verlag GmbH

Die Dekadenz des „Jazz Age“

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F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

Grandioser Klassiker der amerikanischen Moderne

Dieser Roman war der erste amerikanische Klassiker, mit dem ich mich zu Beginn meines Studiums beschäftigen musste, und er hat mich derart begeistert, dass ich nach und nach sämtliche Werke von F. Scott Fitzgerald gelesen habe. Sein einzigartiger Sinn für Sprache, sein außergewöhnlicher Schreibstil und seine unvergleichlichen Charaktere zeichnen ihn als brillanten Schriftsteller mit Weltrenommee und als exzellenten, kritischen Chronisten des Jazz Age aus. Kein anderer fing den Zeitgeist der wilden 20er Jahre, die Blütezeit der Künste und des künstlerischen Schaffens, die von wirtschaftlichem Wohlstand geprägt war, so gekonnt ein wie Fitzgerald. Niemand ging mit der moralischen Dekadenz, dem damit einhergehenden Werteverfall und der zunehmenden Sinnleere härter ins Gericht als dieser beeindruckende Autor, der die pervertierte Interpretation des amerikanischen Traums von Luxus und Überfluss der Schönen und Reichen dieser Zeit schonungslos offenlegte. Was seine Werke zeitlos macht, ist seine Sicht der menschlichen Natur, für die Erfolg und Geld zu den wichtigsten Maximen geworden sind, die die Sinnleere der Schnelllebigkeit füllen sollen. Dies hat sich – damals wie heute – als Trugschluss erwiesen.

Nick Carraway: Yale-Absolvent im neureichen West Egg

Der Erzähler von Der große Gatsby ist Nick Carraway, ein junger Mann aus Minnesota, der im Sommer 1922 nach New York zieht, um dort als Wertpapierhändler Karriere zu machen. Er mietet ein Haus in West Egg/Long Island, eine recht unpopuläre Gegend, in der hauptsächlich Neureiche leben, die ihren Luxus ungeniert zur Schau stellen. Nicks Nachbar ist der undurchsichtige, megareiche Jay Gatsby, um dessen Herkunft sich zahlreiche Gerüchte ranken. Seine extravaganten, glamourösen Partys, die er auf seinem gigantischen Anwesen ausrichtet, sind legendär.

Familienbande der gehobenen Klasse

Nick fühlt sich wie ein Misfit, der eigentlich gar nicht dort hinpasst. Er hat einen Abschluss in Yale und darüber hinaus Verbindungen zur etablierten gehobenen Klasse in East Egg/Long Island, die über die Neureichen die Nase rümpft. Dort besucht er eines Abends seine Cousine Daisy und ihren reichen Mann, Tom Buchanan, ein Studienkollege von Nick, und lernt außerdem Jordan Baker kennen, eine erfolgreiche Golferin und bildschöne Zynikerin. Jordan verrät Nick, dass Tom eine Geliebte namens Myrtle Wilson hat, die mit ihrem Mann in einer schäbigen Industriegegend, Valley of Ashes, lebt.

Der mysteriöse Nachbar auf Long Island

Eines Tages erhält Nick zu seiner großen Freude eine Einladung zu einer von Gatsbys Partys, wo er auch Jordan Baker wiedersieht, mit der er eine romantische Affäre beginnt. Und dann endlich trifft er auch den mysteriösen Gatsby, ein überraschend junger Mann mit englischem Akzent, der jeden „Old Sport“ nennt. Er lässt Nick durch Jordan ausrichten, dass er Daisy von früher kennt und sie seine große Liebe ist. Er möchte sie unbedingt wiedersehen und bittet Nick, ein Treffen zu arrangieren. Nick lädt Daisy zu sich zum Tee ein, erwähnt aber nicht, dass Gatsby auch dort sein wird. Als die beiden aufeinandertreffen, ist Daisy zunächst schockiert, doch ihre Gefühle für Gatsby erwachen erneut, und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre.

Jay und Daisy: Eine schicksalhafte Liebe

Doch das geheime Verhältnis der beiden bleibt nicht lange unentdeckt. Daisys gewalttätiger, misstrauischer Mann Tom schöpft bei einem gemeinsamen Essen sofort Verdacht, als er sieht, welche Blicke die beiden austauschen. Bei einem Trip nach New York stellt er Gatsby wutentbrannt zur Rede und erzählt Daisy, dass Gatsby ein Krimineller sei, der sein Vermögen mit Alkoholschmuggel und anderen dubiosen Aktivitäten gemacht hat. Daisy wendet sich daraufhin wieder Tom zu, da er der Upper Class angehört, was ihr letztendlich am wichtigsten ist. Tom teilt ihr jedoch unwirsch mit, sie solle mit Gatsby nach West Egg zurückfahren, während er sich mit Nick und Jordan auf den Weg macht. Doch dann geschieht ein folgenschwerer Unfall, der alles zunichtemacht und Gatsbys Schicksal besiegelt…

Gatsby: Undurchsichtiger Self-Made Man und sein verklärter Traum von Liebe

Mit Jay Gatsby ist F. Scott Fitzgerald eine einzigartige Romanfigur gelungen, die auf den ersten Blick die Verkörperung des American Dream zu sein scheint. Jung, gut aussehend und erfolgreich hat sich Jay Gatsby, der Junge aus ärmlichen Verhältnissen mit zweifelhafter Herkunft, einfach neu erfunden. Doch was macht Gatsby „groß“? Es ist nicht nur sein kometenhafter Aufstieg von Rags to Riches, sondern seine Fähigkeit, seine Träume in die Realität umzusetzen. Aber trotz seines unermesslichen Reichtums ist die innere Leere geblieben wie auch die Hoffnung auf Liebe, die er mit Daisy zu finden glaubt. Doch die Frau seiner Träume ist oberflächlich und wählt ihre Männer nach Reichtum und gesellschaftlichem Standing aus. Ein trauriges Fazit, dass er bis zum Ende nicht ziehen will, sondern sich lieber an die Traumvorstellung, die er von Daisy hat, klammert. Dies markiert für Gatsby den Anfang vom Ende, denn wie der einst auf bodenständigen moralischen Fundamenten basierende amerikanische Traum, der von Geld und Macht korrumpiert wurde, so scheitert auch Gatsby letzten Endes an seiner verklärten Sicht eines Traums von Liebe, den die Wirklichkeit längst eingeholt hat.

Drei sehenswerte Verfilmungen

Der große Gatsby ist bereits einige Male verfilmt worden. Ich möchte euch hier kurz drei Verfilmungen vorstellen, die ich für sehenswert halte. Die meisten von euch werden den Klassiker von 1974 mit Robert Redford, Mia Farrow und Sam Waterston unter der Regie von Jack Clayton (Drehbuch: Francis Ford Coppola) kennen. Mich hat der Film nicht überzeugt, obwohl alle Hauptdarsteller großartige Schauspieler sind, denn meines Erachtens fehlt hier die o.g. Essenz von Fitzgeralds Werk. Dennoch sollte man ihn gesehen haben, um u.a. die folgenden Verfilmungen besser beurteilen zu können. 

Die zweite Verfilmung mit Toby Stephens, Mira Sorvino und Paul Rudd aus dem Jahre 2000 unter der Regie von John Markowitz ist aus meiner Sicht recht gelungen. Der junge Toby Stephens interpretiert Gatsby vorrangig als romantisch-naiven Helden und lässt seine skrupellose Seite im Hintergrund. Mira Sorvino als oberflächliche Daisy ist ebenfalls gut besetzt. Der Film lebt von schönen Bildern und ist wirklich sehenswert.

Das absolute Highlight der Gatsby-Verfilmungen ist die Version meines Lieblingsregisseurs Baz Luhrmann von 2014 mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire. Was für ein grandioses Filmerlebnis! Luhrmann spielt gekonnt mit den vielen Facetten des Gatsby-Charakters und genauso porträtiert ihn auch DiCaprio: weltmännisch, charmant, kaltschnäuzig, dandyhaft, skrupellos und mit einem versteckten Hang zur Romantik, den er nur bei Daisy offenbart. Carey Mulligan ist großartig als Daisy – sie macht es einem sehr schwer, sie zu mögen – so wie es auch im Buch der Fall ist. Gatsbys glamouröse Party setzt Luhrmann so gekonnt in Szene, dass man als Zuschauer – nicht zuletzt dank 3-D-Brille – das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Dass der Soundtrack mit Musikgrößen wie Beyoncé, Lana del Rey etc. nicht aus den Roaring Twenties stammt, stört nicht – im Gegenteil: Es ist nicht zuletzt ein versteckter Hinweis darauf, dass die Figur des Gatsby auch durchaus in die heutige Zeit transferiert werden könnte, in der Geld und Luxus zelebriert werden. 

F. Scott Fitzgerald: Meisterhafter amerikanischer Schriftsteller der Extraklasse

Francis Scott Key Fitzgerald wurde 1896 in St. Paul/Minnesota geboren und nach seinem Vorfahren Francis Scott Key, dem Dichter der amerikanischen Nationalhymne, The Star-Spangled Banner, benannt. Obwohl er nur ein mittelmäßiger Schüler war, gelang ihm 1913 die Aufnahme an der renommierten Princeton University. Doch auch hier war er wenig erfolgreich, er veröffentlichte aber bereits einige Kurzgeschichten in der Unizeitung. 1917 verließ er die Universität ohne Abschluss und trat der US-Armee als Unterleutnant bei deren Eintritt in den 1. Weltkrieg bei. Er wurde auf die Militärbasis in Montgomery/Alabama versetzt, wo er die Südstaaten-Schönheit Zelda Sayre kennenlernte, in die er sich Hals über Kopf verliebte. Fitzgerald machte ihr bald darauf einen Heiratsantrag, den sie jedoch nur zögerlich annahm, weil Fitzgerald angeblich noch nicht genug Geld verdiente, um ihr ein adäquates Leben zu ermöglichen. Doch der Erfolg stellte sich nicht so schnell ein wie Fitzgerald hoffte. Und so löste Zelda die Verlobung, während Scott mit Hochdruck weiter an seiner Karriere als Schriftsteller arbeitete.

Der Fluch des frühen Erfolges

Doch dann bekundete der bekannte Scribner-Verlag Interesse an Fitzgeralds The Romantic Egotist und akzeptierte schließlich eine überarbeitete Version mit dem geänderten Titel This Side of Paradise, der 1920 in kurzer Zeit zu einem Verkaufserfolg wurde. Zelda willigte endlich ein, Scott zu heiraten, und so wurden sie zu einem der ersten Glamour-Paare ihrer Zeit. Sie schwelgten im Luxus, feierten exzessive Partys und zierten die Titelblätter sämtlicher In-Magazine der 20er Jahre. Sie bereisten Europa und trafen in Paris auf die Crème de la crème der bedeutenden Schriftsteller ihrer Zeit wie Ernest Hemingway, Henry James und Gertrude Stein. 1921 machte die Geburt ihrer Tochter Scottie ihr Glück perfekt.

Der Anfang vom Ende

Ein Jahr später erschienen bereits seine nächsten Werke The Beautiful and the Damned und Tales of the Jazz Age, doch zu seiner Enttäuschung konnte er nicht an den Erfolg seines ersten Romans anknüpfen. Sein 1925 veröffentlichtes Meisterwerk The Great Gatsby wurde von den Kritikern kaum gewürdigt, was sich auch im geringen Verkaufserfolg niederschlug. Fitzgeralds wachsender Alkoholkonsum wurde zunehmend zu einem Problem. 1927 begann Fitzgerald, für die Filmindustrie in Hollywood zu arbeiten, doch der große Erfolg blieb auch hier aus.

Zelda erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch und zeigte erste Anzeichen gravierender psychischer Probleme, so dass sie mehrere Jahre in einer psychiatrischen Klinik verbrachte. Dort schrieb Zelda ihren einzigen Roman Save Me The Waltz, der von Scribner 1932 veröffentlicht wurde und der letztendlich zeigte, dass sie viel mehr war, als nur die luxusbesessene Glamour-Frau an seiner Seite.

Als Scotts 1934 publizierter Roman Tender Is The Night wieder kein durchschlagender Erfolg wurde, verfiel er daraufhin gänzlich dem Alkohol. Seine Ehe mit Zelda war völlig zerrüttet, seine Tochter Scottie lebte im Internat. In den letzten Jahren seines Lebens lernte er Sheilah Graham kennen, die seine Lebenspartnerin bis zu seinem frühen Tod war.

F. Scott Fitzgerald starb an einem Herzinfarkt im Jahre 1940, als er an seinem neuen Roman The Last Tycoon arbeitete. Seine Frau Zelda kam 1948 auf tragische Weise bei einem Brand im Highland-Krankenhaus in Asheville ums Leben.

Fitzgeralds einzigartige Romane und ihr literarisches Gewicht wurden erst nach seinem Tode wiederentdeckt, und so erhielt er als einer der besten amerikanischen Schriftsteller aller Zeiten postum den Ruhm, den man ihm zu Lebzeiten versagte.

Tragischer Vertreter der Lost Generation

Sein kurzes, exzessives Leben machte ihn zu einem tragischen Vertreter der Lost Generation, ein Terminus, den die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein („You are all a lost generation“) im Hinblick auf die Respekt- und Zügellosigkeit sowie den Werteverfall der Nachkriegsgeneration des 1. Weltkriegs prägte und den schon Hemingway als Epigraph in seinem Roman The Sun Also Rises nutzte. F. Scott Fitzgerald erweiterte diesen Begriff um die Hoffnungslosigkeit seiner Generation und schrieb in seinem großartigen Roman This Side of Paradise: „Here was a generation…grown up to find all gods dead, all wars fought, all faith in man shaken.“1

Aus seiner Sicht hatte er am Ende seines Lebens schriftstellerisch nichts erreicht. Seiner Frau Zelda schrieb er 1940, als man The Great Gatsby aus der Modern Library nahm: „…My God, I am a forgotten man“2. Es ist Ironie des Schicksals, dass er nicht lange genug lebte, um zu erkennen, wie unrecht er hatte.


Originalausgabe: Fitzgerald. F. Scott. The Great Gatsby. London: Penguin Classics / Penguin Group, 2010.
Deutsche Ausgabe: Fitzgerald. F. Scott. Der große Gatsby. Aus dem Amerikanischen von Kai Kilian. Köln: Anaconda Verlag GmbH, 2011.
Quelle1: Fitzgerald, F. Scott. This Side of Paradise. London: Penguin Classics / Penguin Group, 2010. Seite 259.
Quelle2: Bruccoli, Matthew J. (Editor) with Baughman, Judith S. Fitzgerald on Authorship. Columbia: University of South Carolina Press, 1996. S. 173.
Weitere Quelle zu F. Scott Fitzgeralds Leben und Werk: Prigozy, Ruth. F. Scott Fitzgerald. Woodstock/New York: Overlook Press, 2002.

Buchcover: © Anaconda Verlag GmbH