Ein glamouröser Gast

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Lucy Holliday: Und dann saß Audrey Hepburn auf meiner Couch

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Roman so gelacht habe wie bei Lucy Hollidays wunderbarem Debütroman Und dann saß Audrey Hepburn auf meiner Couch. Die englische Schriftstellerin ist eine vielversprechende Neuent-deckung, deren zauberhaftem Erstlingswerk eine äußerst originelle Idee zugrunde liegt, aus der sie mit viel Humor und Charme eine leichte und herrlich witzige Geschichte entwickelte, die mich von Anfang an begeistert hat. Der Roman, auf den ich durch sein ansprechendes Cover aufmerksam geworden bin, ist ein kurzweiliges, sehr unterhaltsames Lesevergnügen. Als Fan von Audrey Hepburn war das Buch für mich natürlich auch ein Must Read. Lucy Holliday hat das Leben der Schauspiel- und Stilikone hervorragend recherchiert und erweckt sie mit so viel Liebe zum Detail wieder zum Leben, dass es eine wahre Freude ist. Sie platziert die anmutige und elegante Hollywood-Göttin gekonnt in die heutige schnelllebige iPhone-/iPad-dominierte Zeit und lässt sie wie eine erlesene Kostbarkeit aus einer längst vergangenen Ära erscheinen. Diese extravagante Mischung aus großem Kino und realem Leben macht den ganz besonderen Reiz dieses Romans aus.

Eine deprimierte Jungschauspielerin

Schon als Kinder werden Liberty „Libby“ Lomax und ihre Halbschwester Cass von ihrer ehrgeizigen Mutter ins Show Business gedrängt. Im Gegensatz zu Cass ist Libby nur mäßig begabt und fühlt sich in der Glamourwelt zumeist völlig fehl am Platz. Während Cass mit Leichtigkeit Schauspieljobs zufallen, geht es mit Libbys Karriere so gar nicht voran. Doch mit 29 erhält sie dank der unermüdlichen Penetranz ihrer Mutter endlich ihre erste Sprechrolle in der angesagten Science Fiction Serie Die Wächter der Zeit – und dies ausgerechnet an der Seite des derzeit heißesten Filmjungstars Dillon O’Hara. Libby ist außer sich, doch die Realität holt sie schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Als Warzen-Alien in einem ekligen grünen Kostüm glaubt sie nicht an einen vielversprechenden Start ihrer Schauspielkarriere. Und dann kommt es, wie es kommen muss: Libby passiert eine Peinlichkeit nach der anderen, bis sie sich schließlich vollends blamiert und gefeuert wird. Völlig am Boden zerstört, tut Libby das, was sie immer tut, wenn sie deprimiert ist: Sie schaut sich den Filmklassiker Frühstück bei Tiffany mit ihrer Lieblingsschauspielerin Audrey Hepburn an. Ganz allein in ihrer ersten eigenen Mini-Wohnung, die von einem alten, nicht besonders schönen Chesterfield-Sofa fast komplett ausgefüllt wird, schwelgt Libby im Glanz der schönen Bilder und weint zum legendären Filmsong Moonriver.

Eine Diva auf der Couch

Als Libby sich nur einen kurzen Moment von ihrer Couch entfernt und wieder zurückkommt, traut sie ihren Augen nicht: Audrey Hepburn sitzt auf ihrem Sofa – wie frisch aus dem Film entsprungen – mit edlem Givenchy-Cocktailkleid, großer Sonnenbrille und Zigarettenhalter. Libby ist sprachlos und hält Audrey zunächst für eine Erscheinung, doch die Schauspiellegende scheint erschreckend lebendig: Sie gibt Libby sogar Ratschläge für die wichtigsten Bereiche ihres Lebens – Beauty und Männer. Libby, die sich Audrey Hepburn immer als beste Freundin gewünscht hatte, zweifelt an ihrem Verstand und vertraut sich noch nicht mal ihrem besten Freund Olly an. Sie ist sich sicher, dass sich ihre Visionen bald in Luft auflösen, doch Audrey kommt jeden Abend wieder. Libby genießt ihre Mädelsgespräche mit Audrey und macht sich den weisen Ratschlag der Diva „Umwerfend ist, wer Umwerfendes tut“ zu eigen. Und zu Libbys großer Überraschung erfährt ihr Leben eine völlig ungeahnte Wendung, als sie geradewegs in ein romantisches Abenteuer schlittert…

Zauberhafter Roman mit viel Herz, Witz und Lebensweisheit

Dieser zauberhafte Roman ist ein großer Lesespaß, und dies liegt nicht zuletzt an der tollen Story und den einzigartigen Protagonistinnen. Es ist wunderbar mitzuerleben, wie Libby Lomax, die keinen Fettnapf auslässt, dank Audreys guter (oder auch mal weniger guter) Tipps einen Neustart in ihrem Leben wagt und sogar zur „romantischen Heldin“ wird. Auch Hollidays andere Romanfiguren sind sehr gelungen – angefangen bei Libbys bestem Freund, Olly „Showbizz“ Walker bis hin zu ihrer drallen Schwester Cass oder ihrer nervtötenden „Gonna-make-you-a-star“-Mutter. Diese herrliche Komödie hat einfach alles, was glücklich stimmt – viel Herz, guten, trockenen Humor und eine Prise Lebensweisheit. Alles in allem ist es ein rundum gelungener Roman, den ich euch wärmstens empfehlen möchte.

Lucy Holliday: Die Autorin, die Hollywood-Ikonen zum Leben erweckt

Über die britische Schriftstellerin Lucy Holliday ist nicht viel bekannt. Den Verlagsinformationen ist zu entnehmen, dass sie schon als kleines Mädchen Schriftstellerin werden wollte, nachdem sie im Alter von nur fünf Jahren ihren ersten Satz „Der Postmann ist toll“ für äußerst gelungen hielt.

Die Autorin, die mit ihrer Familie in Wimbledon lebt, hat für ihren ersten, hier vorgestellten Roman sehr gründlich recherchiert: So las sie zum Beispiel unzählige Biografien über Audrey Hepburn, durchstöberte Hochglanz-Bildbände, studierte Behind-the-Scenes-Berichte und schaute sich immer wieder die legendären Filme der Diva an. Auf Basis der so gewonnenen Hintergrundinformationen begann sie dann, Audrey als literarische Figur wieder zum Leben zu erwecken – kein einfaches Unterfangen, wie Holliday in ihrem Artikel Bringing Audrey Hepburn to life (In: We Heart Writing) zugibt, denn einer Person. die real existiert hat, eine Stimme zu geben bzw. ihr Worte in den Mund zu legen, war für die Autorin ein äußerst diffiziler Prozess. Doch plötzlich machte es „Klick“, so die Schriftstellerin, und sie hörte Audreys „Stimme“. Und so konzipierte Holliday schließlich Audrey Hepburn als fiktionale Figur – eine Mischung aus Hollywood-Diva und Schauspiellegende, wie wir sie aus ihren Filmen kennen, mit einem erfrischend realen Touch. Dies ist der Autorin meisterhaft gelungen.

Auf dieses Debüt sollen noch zwei Libby Lomax Romane folgen: Im August 2016 erscheint Couchgeflüster mit Marilyn Monroe, im Februar 2017 Mit Grace Kelly auf der Couch. Ich bin sehr gespannt und freue mich jetzt schon auf Libbys Begegnung mit zwei weiteren außergewöhnlichen Hollywood-Diven.


Originalausgabe: Holliday, Lucy. A Night In With Audrey Hepburn. London: HarperCollinsPublishers, 2015.
Deutsche Ausgabe: Holliday, Lucy. Und dann saß Audrey Hepburn auf meiner Couch. Aus dem Englischen von Marion Herbert. Köln: INK/EGMONT Verlagsgesellschaften mbH, 2016.

Buchcover: © INK/EGMONT Verlagsgesellschaften mbH

4 Antworten

  1. Liebe Rosa,

    das Cover ist ja echt süß. Es muss ja nicht immer das anspruchsvolle, „gute“ Buch sein, ich freue mich, wenn es unterhaltsam ist und man sich einfach nur lächelnd auf dem Sofa wiederfindet. Vor Jahren habe ich mal „Göttin in Gummistiefeln“ gelesen, da ging es mir ähnlich…

    Liebe Grüße, Bee

    • Liebe Bee,

      ja, auf das tolle Cover bin ich auch sofort aufmerksam geworden. Der Roman macht so viel Spaß und ist eine herrlich leichte Lektüre. Da findest du dich bestimmt laut lachend auf dem Sofa wieder :).

      Liebe Grüße

      Rosa

  2. Liebe Rosa,

    das Buch muss ich unbedingt haben – nicht nur weil ich auch ein Audrey Hepburn Fan bin. 

    Die Story klingt schon toll: Ein Hollywood – Star im realen Leben.

    Herzlichen Dank für den Tipp.

    Viele Grüße

    • Liebe Ana Thira,

      ja, das Buch ist einfach ganz zauberhaft und so lustig. Ich finde die Idee dahinter auch so originell.

      Ich bin mal gespannt, wie es dir gefällt.

      Liebe Grüße

      Rosa

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