Das Crime Drama „100 Code“
Nordic Noir der Extraklasse

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Kürzlich bin ich auf ein Crime Drama gestoßen, das mich bis zur letzten Minute in Atem gehalten hat: 100 Code, eine schwedisch-deutsche Ko-Produktion, die absolut fesselnd ist. Die Serie basiert auf Merrick, einem Roman des irischen Schriftstellers Ken Bruen und wurde von Regisseur und Oscar-Preisträger Bobby Moresco, der u.a. mit dem Drama L.A. Crash und Filmen wie Million Dollar Baby und Streets of Philadelphia berühmt wurde, meisterhaft adaptiert. Auch die Besetzung ist erstklassig: In den Hauptrollen sind der schwedische Schauspieler Michael Nyqvist, bekannt u.a. aus Stieg Larssons Millenium-Trilogie und Mission Impossible 4, und der britische Mime Dominic Monaghan, den man aus Herr der Ringe und Lost kennt, zu sehen.

Die 1. Staffel, die aus zwölf Folgen besteht, wurde 2015 erstmals auf dem Pay-Sender Sky ausgestrahlt, bevor zdf neo sie im letzten Jahr allen Zuschauern zugänglich machte. Trotz der späten Ausstrahlung (22.30 h) verzeichnete das Drama gute Einschaltquoten, was nicht verwundert, denn es hat eine ganz besondere Sogwirkung. Der Plot hat es in sich – man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und immer dann, wenn man meint, die Auflösung zu kennen, wird man eines Besseren belehrt. Das macht für mich auch den speziellen Reiz des Genres Nordic Noir aus, das Spannung und Nervenkitzel mit Anspruch und Qualität verbindet.

100 Code 2 actors

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Tommy Conley (Dominic Monaghan) und Mikael Eklund (Michael Nyqvist)

Zwei ungleiche Partner

Als der NYPD-Ermittler Tommy Conley (Dominic Monaghan) bei seiner – bisher erfolglosen – Jagd nach einem Serienkiller auf einen ähnlich gelagerten Fall in Schweden stößt, reist er nach Stockholm, um in Zusammenarbeit mit den schwedischen Kollegen seinen Verdacht zu verifizieren, dass es sich um ein und denselben Täter handelt. Der Killer hat es stets auf junge blonde Frauen abgesehen, die er jedes Mal in den Wintermonaten nach einem absonderlichen rituellen Muster tötet und sie nahe am Wasser zwischen gelben Aphrodill-Blumen ablegt.

Conley ist nach einem traumatischen Erlebnis übermotiviert, doch die Hilfsbereitschaft der Stockholmer Mordkommission hält sich in Grenzen. Insbesondere der erfahrene Teamleiter Mikael Eklund (Michael Nyqvist) ist ausgebrannt und hat keine Lust, sich hier zu engagieren. Nach dem tragischen Krebstod seiner Frau möchte er seinen zeit- und nervenaufreibenden Job gegen eine Tätigkeit im erfolgreichen Sicherheitsunternehmen seines Freundes eintauschen und sich mehr um seine 17-jährige Tochter Hanna (Felice Jankell) kümmern, die sehr unter dem Verlust ihrer Mutter leidet. Aber seine Vorgesetzte Karin Hammar (Charlotta Jonsson) lässt Eklund keine Wahl: Sie geht – zum Schein – auf seinen Kündigungswunsch ein, um ihn zu beschwichtigen und schlägt vor, diesen bizarren Mordfall als seinen letzten zu betrachten.

100 Code Nyqvist

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Mikael Eklund (Michael Nyqvist)

Persönliche Dämonen

Widerwillig stimmt Eklund zu, um sich dann mit seinem amerikanischen Kollegen auf Spurensuche zu begeben. Doch die Zusammenarbeit der beiden gestaltet sich äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Conley traut niemandem und gibt wichtige Informationen zu den New Yorker Fällen nur zögerlich preis, was Eklund schier wahnsinnig macht. Als Conley ihm – viel zu spät – berichtet, dass er den mythologischen Charakter der Morde entschlüsseln konnte, flippt Eklund aus und weigert sich, weiter mit ihm zu kooperieren.

Doch dann geschehen weitere Morde im gleichen Stil, und Eklunds Ehrgeiz ist geweckt. Er hadert zwar mit seinen Selbstvorwürfen, nie genug Zeit für seine kranke Frau und seine Tochter gehabt zu haben, doch er muss schließlich erkennen, dass er mit Leib und Seele Ermittler ist und seine Arbeit immer Vorrang haben wird – egal, wie sehr er sich auch dafür hasst. Auch Conley geht es nicht anders: Er kämpft mit seinen Dämonen und dämpft seine permanente Ruhelosigkeit mit Schlafmitteln, die er sich illegal verschafft. Für den Tod seines Kollegen und für den Mord an seiner großen Liebe Maggie gibt er sich die Schuld, seine Gewissensbisse lassen ihn nicht los. Das Einzige, was ihn aufrecht hält, ist die Jagd nach dem brutalen Täter, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist.

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Mikael Eklund (Michael Nyqvist), Tommy Conley (Dominic Monaghan) und Team

Auf der Suche nach einem Phantom

Conley und Eklund raufen sich zusammen und kommen dem Täter schließlich immer näher. Die Spur führt nach intensiven Recherchen schließlich zu zwei Verdächtigen, die sich zum Zeitpunkt der Morde in New York und Stockholm aufhielten: Ein Zahnarzt und ein Universitätsprofessor. Als man den Täter im Visier zu haben glaubt und ihn schließlich stellen kann, sagt dieser kurz vor seinem Tod etwas, das Conley und Eklund zutiefst schockiert und ihnen unmissverständlich klar macht, dass sie von der Lösung der unheimlichen Mordfälle weit entfernt sind und wieder ganz von vorne anfangen müssen.

Aber Conley und Eklund, die mittlerweile festgestellt haben, dass sie trotz aller Unterschiedlichkeiten als Ermittlerduo sehr gut funktionieren, geben nicht auf und wagen einen erneuten Anlauf. Und sie werden fündig: Im Dark Net, der dunklen, abgründigen Seite des Internets, stoßen sie mit Hilfe ihres cleveren neuen Teammitglieds, einem jungen Hacker, auf den mysteriösen L.H., einen gefährlichen Manipulator, der Menschen für seine Zwecke instrumentalisiert und sie regelrecht zum Töten „abrichtet“. Um dieses Phantom so schnell wie möglich zu identifizieren und weitere Morde zu verhindern, wollen ihm Conley und Eklund eine Falle stellen, doch sie unterschätzen L.H. gewaltig und geraten – ohne es auch nur zu ahnen – bald in tödliche Gefahr…

Hochspannende Serie mit vielen unerwarteten Wendungen

100 Code ist für mich die spannendste Serie, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Als Zuschauer wusste ich nie, was mich als nächstes erwartet, denn nichts ist sicher, nichts vorhersehbar – wie die Ermittler tappt man zunächst völlig im Dunkeln. Das nervenaufreibende Plot und die vielschichtigen, zerrissenen Charaktere tun ihr übriges, um uns sogartig in diese brillant konzipierte Geschichte zu ziehen und uns bis zum explosiven Cliffhanger-Finale nicht mehr loszulassen.

Die Serie lebt in erster Linie von den exzellenten schauspielerischen Leistungen der Hauptakteure: Michael Nyqvist ist großartig als jobmüder, grüblerischer Ermittler Eklund, der verzweifelt versucht, sich seiner Tochter nach dem Tod seiner Frau wieder anzunähern und den Spagat zwischen Job und Privatleben zu schaffen. Gleiches gilt für Dominic Monaghan als Tommy Conley, der nach dem Tod seines Kollegen und seiner Freundin nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Doch weder er noch Eklund lassen ihre Verzweiflung Oberhand gewinnen: Sie kämpfen mit sich – und ihrem unsichtbaren Gegner -, weil sie tief in ihrem Inneren trotz allem hoffen, dass am Ende vielleicht doch alles gut wird. Ob sich dies als Trugschluss erweist, sei an dieser Stelle nicht verraten.

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Tommy Conley (Dominic Monaghan), Mikael Eklund (Michael Nyqvist) und Team

Auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt: Felice Jankell als Eklunds Tochter Hanna ist eine echte Neuentdeckung. Sie spielt ihre schwierige Rolle sehr berührend und realitätsnah. Dies trifft ebenso auf Peter Eggers zu, der Hannas undurchsichtigen Freund Göran äußerst bedrohlich porträtiert. Auch Eklunds Team, Ebba, Björn und Phille, ist mit den Akteuren Cecilia Häll, Danilo Bejarano und Kristoffer Berglund spritzig gecastet.

Alles in allem ist 100 Code für mich der Geheimtipp unter den Serien und absolut sehenswert. Der Titelsong Hard Time der schwedischen Sängerin Seinabo Sey hat übrigens absoluten Ohrwurmcharakter.


100 Code
Produktionsland: Schweden
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH, München

Mein herzlicher Dank gilt der polyband Medien GmbH, München (www.polyband.de), die mir alle oben aufgeführten Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

„Mr. Bean“ gets serious:
Rowan Atkinson als Kommissar Maigret

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Als ich hörte, dass der britische Komiker und Schauspieler Rowan Atkinson die Hauptrolle in zwei Film-Remakes der Georges-Simenon-Klassiker um Kommissar Maigret – Die Falle und Ein toter Mann – übernimmt, war ich mehr als überrascht. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass der brillante Comedian die Rolle des wortkargen Kultkommissars spielen kann, ohne dass der Zuschauer dabei ständig an seine Paraderolle des Mr. Bean erinnert wird. Doch Atkinson gelingt dieser Wechsel ins seriöse Fach mit Bravour. Seine Darstellung des stillen Grüblers Maigret ist erstklassig. Angesichts der Schauspielgrößen, die diese Rolle vor ihm porträtierten – u.a. Jean Gabin, Rupert Davies, Jean Richard, Bruno Cremer und Michel Gambon – war dies nicht gerade ein leichtes Unterfangen, doch es ist ihm hervorragend gelungen, in diese übergroßen Fußstapfen zu treten und der Rolle des Maigret darüber hinaus seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Downton Abbey-Regisseur Ashley Pearce, der für BBC1 und ITV1 schon seit vielen Jahren hochwertige Serien realisiert, hat diese beiden Remakes eindrucksvoll inszeniert und lässt das Paris der 50er Jahre mit großer Detailtreue wieder lebendig werden. In Großbritannien kamen die Neuverfilmungen sehr gut an: Mehr als 7 Millionen Zuschauer sahen die beiden Folgen und waren von Atkinsons Maigret-Darstellung sehr angetan. Zwei weitere Adaptionen wurden bereits in Auftrag gegeben. Auch bei uns wurde die Filmreihe, die von der ARD erst kürzlich ausgestrahlt wurde, sehr gut angenommen, so dass zu hoffen ist, dass die deutschen Zuschauer auch in den Genuss der beiden weiteren Produktionen kommen.

Picture shows: (L-R) Janvier (SHAUN DINGWALL), Jules Maigret (ROWAN ATKINSON), Lapointe (LEO STAAR)

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Janvier (SHAUN DINGWALL), Maigret (ROWAN ATKINSON), Lapointe (LEO STAAR)

Die Falle

Ein Serienmörder versetzt die Einwohner des Pariser Stadtteils Montmartre in Angst und Schrecken. Bereits vier Frauen sind dem Killer in kurzer Zeit zum Opfer gefallen: Brutal erstochen und mit zerschnittenem Kleid fand man sie in einer dunklen Gasse des belebten Künstlerviertels. Das Team um den introvertierten, Pfeife rauchenden Kommissar Maigret fahndet mit Hochdruck nach dem Täter, doch es gibt nicht den kleinsten Hinweis. Die Opfer – eine Prostituierte, eine Hebamme, eine Schneiderin und eine Postangestellte – verbindet scheinbar nichts miteinander, außer dass alle dunkelhaarig sind.

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Allg. Filmszene

Als dann ein fünftes Opfer gefunden wird, eine Hausfrau und vierfache Mutter, gerät Maigret immer mehr unter Druck. Die Presse belagert ihn, und sein Vorgesetzter droht, ihm den Fall zu entziehen. Da er nicht noch ein weiteres Menschenleben riskieren will, beschließt Maigret, dem aufmerksamkeitsheischenden Täter eine Falle zu stellen und täuscht die Verhaftung eines Verdächtigen vor, um den Mörder aus der Reserve zu locken. Zeitgleich schickt er abends einige weibliche dunkelhaarige Undercover-Polizistinnen, die als Lockvögel fungieren, und zahlreiche männliche Polizisten in Zivil durch Montmartre, doch der klug konzipierte Plan misslingt: Der Täter greift zwar eine Undercover-Polizistin an, kann jedoch trotz aufwendiger Verfolgungsjagd entkommen. Doch es gibt endlich ein winziges Indiz: Bei ihrem Kampf mit dem Killer konnte die Polizistin ihm einen Knopf inkl. Stoff von seinem Mantel abreißen. Die Spur führt in gut situierte Kreise und zu einem Gegner, der schwer zu fassen ist…

Ein toter Mann

Maigret erhält den Anruf eines total verängstigten, gehetzten Mannes, der ihn aus einem Café kontaktiert. Er ist auf der Flucht vor zwei Verfolgern, die ihn töten wollen und bittet Maigret verzweifelt um Hilfe. Obwohl der Kommissar den Anrufer etwas merkwürdig findet, bittet er ihn, dort zu warten und schickt sofort seine Männer zu ihm. Doch als sie eintreffen, ist er bereits verschwunden. Niemand kennt seinen Namen, der Kellner beschreibt ihn als kleinen, untersetzten Mann mit Regenmantel. Maigret kann sich dies alles nicht erklären – da meldet sich der völlig aufgelöste Anrufer erneut und bittet um ein dringendes Treffen. Der Kommissar willigt ein, doch zu einer persönlichen Begegnung der beiden kommt es nicht mehr: Der Mann wird wenig später tot auf der Straße gefunden. Maigret ist entsetzt angesichts der Schwere seiner Verletzungen und nimmt sofort die Ermittlungen auf, die sich allerdings als äußerst schwierig erweisen. Das Opfer ist nicht zu identifizieren, hat keine Papiere und wurde auch nicht als vermisst gemeldet.

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Lognon (COLIN MACE), Maigret (ROWAN ATKINSON)

Für Maigrets Chef ist angesichts der grausamen Vorgehensweise klar, dass es sich um ein Verbrechen der Unterwelt handeln muss. Er bittet ihn, die Akte zu schließen und den lokalen Kommissar Colombani bei der Aufklärung dreier brutaler Morde in der Picardie zu unterstützen. Aber Maigret glaubt nicht an die Theorie der Unterwelt und meldet sich krank. Heimlich ermittelt er mit seinem Team weiter: Er lässt das Gesicht des Opfers rekonstruieren und gibt die entsprechende Zeichnung an die Zeitungen. Darüber hinaus lässt er nach dem blauen Auto fahnden, das ein Zeuge in der Tatnacht davonrasen sah und von dem er sich die beiden letzten Ziffern merken konnte.

Als Maigret sich bereits am Ende seiner Möglichkeiten sieht, erscheint eine alte Dame auf dem Kommissariat, der der Wagen ganz in ihrer Nähe vor dem Bistro Le Petit Albert aufgefallen ist. Und endlich gelingt Maigret und seinem Team ein kleiner Durchbruch: Das verwüstete Bistro weist diverse Blutspuren auf, der Tote wird schließlich als Bistrobesitzer Albert Rochain identifiziert. Von seiner Frau Nina fehlt jede Spur. Wie Maigret schon richtig vermutete, gehörte Rochain keineswegs zur Unterwelt, obwohl er Pferdewetten nicht abgeneigt war. Dies macht den grausamen Mord umso mysteriöser. Als der Fall stagniert, greift Maigret zu einer List: Gemeinsam mit seiner Frau eröffnet er das Bistro wieder und hofft so, etwas Staub aufzuwirbeln: Aber er unterschätzt die große Gefahr, in die er und Louise sich begeben, denn der Fall nimmt ein erschreckendes Ausmaß an, als er erkennt, dass es eine Verbindung zu den grausigen Morden in der Picardie gibt…

***

Mir haben diese neuen Maigret-Verfilmungen sehr gut gefallen. Die Rollen sind bis in die kleinsten Nebenfiguren hervorragend besetzt. Rowan Atkinson, der seinen Part als Kommissar Maigret ganz an Simenons Charakterisierung anlehnt, ist in diesem Genre eine echte Neuentdeckung. Er verleiht seinem schweigsamen, nachdenklichen Protagonisten, der nur in wenigen Augenblicken höchster Anspannung die Contenance verliert, eine besonnene, kontrollierte Ausstrahlung. Auch sein Team, der coole Janvier (Shaun Dingwall), der leicht arrogant wirkende Lapointe (Leo Starr) und der bodenständige Lognon (Colin Mace) werden von den entsprechenden Akteuren sehr gut porträtiert. Besonders hervorzuheben ist noch die britische Schauspielerin Lucy Cohu, die Maigrets Ehefrau Louise mit viel Charme und Esprit verkörpert.

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Lapointe (LEO STAAR), Janvier (SHAUN DINGWALL), Yvonne Moncin (REBECCA NIGHT), Jules Maigret (ROWAN ATKINSON)

Auch die Gaststars können sich sehen lassen: Die renommierte Theaterschauspielerin Fiona Shaw brilliert in ihrer Rolle in Folge 1 Die Falle. Gleiches gilt für David Dawson (Ripper Street, Die Borgia), Rebecca Night (Wuthering Heights, Rebecca) und John Light (A Quantum of Solace).

Ich empfehle euch diese Neuinszenierungen der Maigret-Romane wirklich sehr. Diese nostalgischen Krimis sind erstrangig und machen Lust auf weitere spannende Fälle. Beide Folgen sind auf DVD/blu-ray im Handel erhältlich.


Kommissar MaigretDie Falle/Ein toter Mann
Erscheinungsdatum: 9.1.2017
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH

Mein herzlicher Dank gilt der polyband Medien GmbH, München (www.polyband.de), die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

Serientipp: Profiling Paris (Profilage)

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Heute möchte ich euch eine ganz besondere französische Krimireihe vorstellen: Profiling Paris (Profilage). Mittlerweile sind fünf Staffeln auf Sat1 gelaufen – die sechste hat gerade begonnen – und noch immer hat die von Gwendale Schmitz produzierte Serie klug konzipierte und außergewöhnlich spannende Fälle zu bieten. Dies ist meines Erachtens gerade in diesem kurzlebigen Genre eine absolute Seltenheit. Profiling Paris wird seit 2009 in Frankreich von TF1 ausgestrahlt und war dort ein absoluter Überraschungserfolg. In relativ kurzer Zeit erreichte der Quotenhit ein internationales Standing mit einer weltweit stetig wachsenden Fangemeinde. Seit 2015 ist die Serie auch in Deutschland etabliert, wo sie von den Zuschauern ebenfalls sehr gut angenommen wird. Seinen ungebrochenen Erfolg verdankt dieses Serien-Highlight in erster Linie den exzellenten Charakterdarstellern, allen voran Odile Vuillemin und Philippe Bas, die jeder Folge ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken. In den jeweils aktuellen Fall sind immer auch die privaten Lebensgeschichten und persönlichen Schicksale der Protagonisten eingebunden, was den ganz besonderen Reiz dieser Serie ausmacht. Alle diese Facetten fließen zusammen und machen Profiling Paris zu einer der besten Krimireihen der letzten Jahre.

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Chloé Saint-Laurent (Odile Vuillemin) und Matthieu Pérac (Guillaume Cramoison)

Die Profilerin, Kriminologin und Psychologin Chloé Saint-Laurent (Odile Vuillemin) wird als Beraterin des Teams der von Hauptkommissar Matthieu Pérac (Guillaume Cramoisan) geleiteten Mordkommission engagiert. Dieser ist nicht gerade erfreut, denn er hält nichts von Profilern und schon gar nichts von Psychologen. Hinzu kommt, dass Chloé mit ihren leuchtend roten Haaren, ihrer großen gelben Handtasche und den High Heels, auf denen sie nicht wirklich laufen kann, eine äußerst gewöhnungsbedürftige Persönlichkeit ist, die mit ihrer Art die normale Polizeiarbeit des Öfteren torpediert. So wird Chloé denn auch von Péracs Team mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Während sie dem Computerexperten Hippolyte „Hippo“ de Courtène (Raphaël Ferret) sofort sympathisch ist, steht Kommissarin Frédérique „Fred“ Kancel (Vanessa Valence) ihr anfänglich sehr skeptisch gegenüber. Einzig Chloés Chef und Leiter des Teams, Grégoire Lamarck (Jean-Michel Martial), ist ihr sehr wohlgesonnen. Er war es auch, der sich nach einem schrecklichen Erlebnis ihrer annahm und ihr den Job verschaffte, obwohl ihm bewusst war, dass es nicht einfach sein würde, sie einzugliedern.

Aber schon bald wird sie für das Team unentbehrlich, denn dank ihrer einzigartigen Gabe, sich in Täter und Opfer gleichermaßen hineinzuversetzen, löst sie so manchen undurchschaubaren Fall – wenn auch auf ihre ganz eigene chaotische Weise. Trotz allem traut Pérac seiner Profilerin jedoch nicht so recht über den Weg, da sie gemäß seinen Recherchen kein Vorleben zu haben scheint, bis er schließlich ihr schreckliches Geheimnis entdeckt, das ihr konfuses Verhalten erklärlich macht. Ganz langsam fasst auch Chloé Vertrauen zu Pérac und offenbart ihm das dunkelste Kapitel ihres Lebens, mit dem sie nicht abschließen kann. Es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, die mit seinem dramatischen Tod ein jähes Ende findet.

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„Fred“ Kancel (Vanessa Valence), „Hippo“ Courtène (Raphaël Ferret)
und Thomas Rocher (Philippe Bas)

Chloé ist am Boden zerstört und zerbricht fast daran. Sie zieht sich völlig zurück und versucht, in einem abgeschiedenen Haus auf dem Land die Geschehnisse zu verarbeiten. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht, denn der neue Kommissar, Thomas Rocher (Philippe Bas), benötigt dringend ihre Hilfe, um einen äußerst brutalen Serienmörder zu fassen. Von Lamarcks Bitte, Chloé noch etwas Zeit zu geben, hält Rocher nicht viel: Er spürt sie in ihrem Versteck auf und bittet sie ohne Umschweife um ihre Unterstützung. Obwohl sich Chloé so gar nicht mit Rochers autoritärer Art anfreunden kann – er ist schroff, direkt und kurz angebunden -, sieht sie sich den Fall an und ermittelt auf eigene Faust. Und so gerät sie – ohne es zu wollen – ganz langsam wieder in ihren Profiler-Alltag und kehrt zur Mordkommission zurück – sehr zur Freude ihrer Kollegen Hippo und Fred, die sie mittlerweile ins Herz geschlossen haben. Mit Rocher tut sie sich allerdings immer noch schwer, denn er hat nicht viel übrig für Chloés oftmals bizarre Herangehensweise und schon gar nicht für ihre Alleingänge, mit denen sie sich immer wieder in Gefahr bringt. Aber auch er erkennt schnell, wie wertvoll ihre profunden Menschenkenntnisse für ihn und das Team sind, denn zumeist ist es Chloé, die den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung eines Falles liefert.

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Chloé Saint-Laurent (Odile Vuillemin) und Thomas Rocher (Philippe Bas)

So sehr sich Chloé auch freut, wieder ein Teil des Teams zu sein, fehlt ihr Pérac immer noch – insbesondere vermisst sie seine freundliche und mitfühlende Art, mit der er sie in traurigen Momenten immer wieder aufbaute. Rocher hingegen ist unnahbar, verschlossen und scheint nur auf beruflicher Ebene zu existieren. Doch als sie herausfindet, dass Rocher seine Frau durch einen Autounfall mit Fahrerflucht verlor und er als alleinerziehender Vater mit seinem kleinen Sohn Lucas ziemlich überfordert ist, sieht sie ihn in einem anderen Licht. Von Lamarck erfährt sie, dass Rocher entlassen wurde, weil er sich nach diesem traumatischen Verlust nicht mehr unter Kontrolle und seinen ehemaligen Chef geschlagen hatte. Doch Lamarck macht deutlich, dass er Rocher nicht verurteilt und ihm entgegen aller Widerstände den Job von Pérac übertragen hat, da er ihn nach wie vor für einen auszeichneten Hauptkommissar hält.

Nach und nach entwickelt sich zwischen Chloé und Thomas ein ganz besonderes Verhältnis, denn beide haben inzwischen gelernt, dem anderen zu vertrauen und sich zu öffnen. Als Thomas jedoch im Zusammenhang mit einem laufenden Fall durch Zufall auf den Mann stößt, der seine Frau überfuhr und allein auf der Straße sterben ließ, will er dies, wie so oft, mit sich alleine ausmachen. Doch dann dreht er völlig durch und hat nur noch ein Ziel: Rache. Aber er hat nicht mit Chloés Intuition und Hartnäckigkeit gerechnet, die alles daran setzt, um ihn vor dem schlimmsten Fehler seines Lebens zu bewahren…

© polyband Medien GmbH – Chloé Saint-Laurent (Odile Vuillemin)

Das ist nur ein Bruchteil der privaten Parallelhandlungen, die neben den zu klärenden Mordfällen die Serie wie einen roten Faden durchziehen. In jeder Folge werden weitere Facetten der vielschichtigen Charaktere offengelegt, so dass die Zuschauer im Laufe der bisherigen sechs Staffeln an der Weiterentwicklung der Protagonisten teilhaben, die glaubwürdig und in sich stimmig ist. Der große anhaltende Erfolg von Profiling Paris ist in erster Linie den exzellenten Hauptdarstellern geschuldet: Odile Vuillemin zeigt eine schauspielerische Glanzleistung als Chloé Saint-Laurent, die sie mit all ihren Höhen und Tiefen brillant porträtiert. Sie zeichnet diesen gleichzeitig fragilen und doch starken Charakter mit einer ungewöhnlichen Passion und gewährt uns oftmals verstörende Einblicke in das Seelenleben der eigenartigen Ermittlerin, die ein untrügliches Gespür für die Abgründe der menschlichen Natur hat. Dabei ist sie manchmal nervtötend und unfreiwillig komisch – doch Odile Vuillemin zieht ihre Figur niemals ins Lächerliche. Sie überzeichnet sie nicht und gibt ihr damit eine Realitätsnähe, die nicht selten beängstigt.

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© polyband Medien GmbH – Thomas Rocher (Philippe Bas)

Philippe Bas ist ebenso eindrucksvoll als Thomas Rocher, den er als zerrissenen Charakter sehr berührend und ohne die genreüblichen Klischees porträtiert. Er lässt eine Seite seines introvertierten Protagonisten stets im Dunklen, so dass man sich seiner nie wirklich sicher sein kann. Rochers fast krankhafter Ehrgeiz beim Boxen, seine Aggressionen, die genauso so schnell aufflackern wie sie verschwinden und seine immer wiederkehrenden Stimmungsschwankungen stehen im krassen Gegensatz zu seiner Fürsorglichkeit gegenüber seinem Sohn Lucas und seiner ständigen Sorge um Chloé, die er um jeden Preis beschützen möchte. So wie Chloé peu à peu neue Facetten an ihm zu entdecken glaubt, tun es die Zuschauer ihr gleich – nur um dann am Ende festzustellen, dass man ihn nur marginal einschätzen kann. Mit diesem Charakterspiel macht Bas Rocher zu einer komplexen, schwer greifbaren Figur und gibt ihm dadurch mehr Raum, so dass die Weiterentwicklung seines Protagonisten, wie auch die seines weiblichen Pendants Chloé, in jede beliebige Richtung gehen kann.

Hierin liegt meines Erachtens auch die besondere Stärke von Profiling Paris: Die Hauptcharaktere sind im Gegensatz zu anderen Serien keine Stereotypen, sie lassen sich nicht von vorneherein klassifizieren. Es ist nur wenig vorhersehbar, die Handlungsstränge der jeweiligen Fälle und der privaten Hintergründe fließen ineinander, Hochdramatisches und Alltägliches wechseln sich ab und lassen keine Stagnation oder ermüdende Routine aufkommen. Die Cliffhanger am Ende jeder Staffel haben es in sich – sie sind nervenzerreissend spannend. Auch Staffel 6, die gerade auf Sat1 läuft, hat wieder einige Überraschungen und neue Entwicklungen zu bieten, so dass es einfach nicht langweilig wird. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie es weitergeht und freue mich schon auf – hoffentlich – viele weitere Staffeln.


Profiling Paris (Profilage)
Produktionsland: Frankreich
Staffeln 1 – 5 auf DVD und Blue-Ray im Handel erhältlich
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH

Mein herzlicher Dank gilt polyband Medien GmbH, München, www.polyband.de, die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

Serienhighlight:
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle

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Dass mich die Roaring Twenties begeistern, habt ihr sicherlich schon bemerkt, wenn ihr des Öfteren meinen Blog lest. Diese schillernde Ära mit all ihrem Glamour und exzentrischen Persönlichkeiten fasziniert mich, seit ich Fitzgeralds Der große Gatsby gelesen habe. So war ich natürlich auch sehr euphorisch, als ich bei einsfestival durch Zufall auf die außergewöhnliche australische Serie Miss Fishers mysteriöse Mordfälle gestoßen bin, die in den Zwanzigern in Melbourne spielt und auf der Romanreihe Phryne Fisher Mysteries von Kerry Greenwood basiert. Sie zählt zu den teuersten Serien Australiens und war 2012 ein absoluter Überraschungserfolg. Im Laufe der bis dato veröffentlichten drei Staffeln ist Miss Fishers Fangemeinde – auch international – stetig gewachsen, so dass die von Deb Cox und Fiona Eagger produzierte Serie mittlerweile in mehr als 120 Länder verkauft wurde. Dank der hohen Zuschauerzahlen und exzellenten Einschaltquoten hat man eine vierte Staffel in Auftrag gegeben, die bereits abgedreht wurde.

Doch was genau ist das Besondere an dieser Serie? Zum einen sind es sicherlich die brillanten Hauptdarsteller, Essie Davis als Miss Phryne Fisher und Nathan Page als Detective Inspector Jack Robinson, aber auch die bis in die kleinsten Rollen perfekt besetzten Nebenakteure, die diese Krimireihe so sehenswert machen. Zum anderen sind es die ausgesprochene Liebe zum Detail, das perfekte Setting und die prachtvolle Ausstattung, die wunderbaren Kostüme und die herrlich nostalgische Musik, mit denen man die goldenen Zwanziger wieder zum Leben erweckt hat und die dieser Produktion ihren ganz besonderen Charme verleihen. Hinzu kommen noch Spannung, Romantik und Humor, die dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufsetzen.

© polyband Medien GmbH – Miss Phryne Fisher (Essie Davis)

Die Protagonistin dieser süchtig machenden Krimiserie ist die äußerst wohlhabende, glamouröse und für ihre Zeit sehr emanzipierte Miss Phryne Fisher (Essie Davis), die nach Mithilfe bei der Aufklärung eines mysteriösen Mordfalls als erster selbsternannter weiblicher Private Detective tätig wird. Die unabhängige Femme Fatale, die entgegen dem damaligen Rollenverständnis ohne Mann durchs Leben geht und dabei selten eine Party oder einen angesagten Jazz-Club auslässt, schert sich wenig um Konventionen oder das Gerede der Leute. Scheinbar furchtlos stürzt sie sich in jedes noch so gefährliche Abenteuer, auch wenn es für Frauen in den 20er Jahren wenig schicklich ist, und löst mit Scharfsinn und Wagemut auch die kniffligsten Fälle. Dies allerdings sehr zum Leidwesen des bodenständigen, introvertierten Detective Inspector John „Jack“ Robinson (Nathan Page), der mit Miss Fishers rasantem Tempo kaum Schritt halten kann, sie aber dennoch oftmals aus bedrohlichen Situationen rettet.

© polyband Medien GmbH – Detective Inspector Jack Robinson (Nathan Page)

Obwohl er sich jede Einmischung in seine Polizeiarbeit verbietet, macht Miss Fisher ihm fast immer einen Strich durch die Rechnung und ist oftmals sogar eher am Tatort als er, was ihn schier wahnsinnig macht. Doch ihm ist schnell klar, dass sie dank ihres Spürsinns und scharfen Verstands bei seinen Ermittlungen sehr hilfreich ist und oftmals Details erkennt bzw. Verbindungen herstellt, die er ohne sie nicht wahrgenommen hätte. Auf der anderen Seite „erdet“ seine ruhige und besonnene Art Miss Fisher, die im Eifer des Gefechts schon mal über das Ziel hinausschießt. Darüber hinaus ist der geschiedene Jack für die damalige Zeit ein fast emanzipierter Mann, für den eine Frau nicht unbedingt in die Küche gehört. Jack und Phryne raufen sich immer wieder zusammen und müssen feststellen, dass sie ein gutes Team sind, auch wenn sie unterschiedlichen sozialen Klassen angehören und in ihren Lebensauffassungen grundverschieden sind.

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Dot (Ashleigh Cummings) und
Hugh (Hugo Johnstone-Burt)

Natürlich braucht jeder weiblicher Private Detective auch ein gut funktionierendes Team. Und was läge da für Miss Fisher näher, als ihre Bediensteten, die für sie wie eine Familie sind, einzuspannen? Zum einen wäre da das schüchterne katholische Hausmädchen Dorothy „Dot“ Williams (Ashleigh Cummings), die dank Miss Fisher aufblüht und gerade bei riskanten Nachforschungen zu ihrer eigenen Überraschung über sich hinaus wächst. Dot ist in Constable Hugh Collins (Hugo Johnstone-Burt), den stets überforderten Assistenten des Inspectors, verliebt, den sie oftmals geschickt nach dem Stand von Ermittlungen ausfragt, wenn Jack mal wieder genug von Miss Fishers Alleingängen hat und zu keiner Auskunft bereit ist.

Zum anderen ist auch Mr. Butler (Richard Bligh), der, wie passend, den Namen seines Berufs trägt, stets in Miss Fishers Vorhaben eingeweiht und unterstützend tätig. Dies gilt ebenso für Bert (Travis McMahon) und Cec (Anthony Sharpe), die für Miss Fisher auch schon mal „das Grobe“ erledigen. Zu guter Letzt sei noch die Pathologin Dr. Elizabeth „Mac“ Macmillan (Tammy MacIntosh), die Herrenkleidung bevorzugt, zu erwähnen, eine enge Freundin von Miss Fisher, auf die sie immer zählen kann und die ihr auch schon mal Einblicke in einen Obduktionsbericht gewährt – ganz inoffiziell natürlich.

© polyband Medien GmbH – Miss Phryne Fisher (Essie Davis)

Die Serie lebt vom fantastischen Zusammenspiel aller Charaktere: Hier stimmt einfach die Chemie. Die wunderbar coole Essie Davis, die für die Rolle der Miss Fisher einfach prädestiniert zu sein scheint, wird von ihrem männlichen Pendant, Nathan Page als Jack Robinson, perfekt ergänzt. Die beiden Hauptakteure porträtieren ihre Figuren jenseits von Stereotypen und geben ihnen so die notwendige Tiefe, die sie glaubwürdig macht. Die romantische Annäherung von Phryne und Jack übermitteln sie mit sehr viel Gefühl, aber ohne Pathos, und mit altmodisch-sentimentalen Szenen, die im Gedächtnis bleiben, z. B. wenn sie gemeinsam am Klavier sitzen und den Cole Porter Klassiker Let’s Misbehave singen.

In jeder Folge erfahren die Zuschauer ein wenig mehr über Miss Fisher, deren tragische Vergangenheit sie unter all dem Glamour nur zu gern begraben möchte. Doch sie wird von einem weit zurückliegenden dramatischen Ereignis immer wieder eingeholt, bis sie sich schließlich Jack anvertraut – doch da ist es schon fast zu spät…

Auch Paar Nr. 2 – Dot und Hugh – harmoniert perfekt mit der „Erstbesetzung“ Fisher/Robinson. Ashleigh Cummings brilliert als kluges, zurückhaltendes Hausmädchen Dot, die sich unter dem positiven Einfluss von Miss Fisher mehr und mehr emanzipiert. Hugo Johnstone-Burt spielt den unerfahrenen, naiven, oftmals halsbrecherisch-tolpatschigen Assistenten des Inspectors mit Charme und Witz, ohne ihn dabei zu überzeichnen.

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Miss Phryne Fisher (Essie Davis) und Jack Robinson (Nathan Page)
Dot (Ashleigh Cummings) und Hugh (Hugo Johnstone-Burt)

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle hat mich von Anfang an begeistert. Ich habe mittlerweile Staffel 1 und Staffel 2 gesehen und kann es gar nicht erwarten, bis endlich auch Staffel 3 erscheint – im September ist es endlich soweit). Schaut doch mal rein und macht euch selbst ein Bild. Es lohnt sich!!!


Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Miss Fisher’s Murder Mysteries)
Produktionsland: Australien
Start: 2012
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH

Mein herzlicher Dank gilt der polyband Medien GmbH, München (www.polyband.de), die mir alle o.g. Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.