Mein Highlight der Frankfurter Buchmesse

Im August erhielt ich von einem meiner Lieblingsverlage, dem Atlantik Verlag in Hamburg, das kleine, aber feine Tochterunternehmen von Hoffmann und Campe, eine ganz besondere Einladung, die mir als frankophile Leserin glatt die Sprache verschlug:  Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, dessen diesjähriger Ehrengast Frankreich war, hat man für ausgewählte Bloggerinnen und Blogger ein gemeinsames Frühstück mit den französischen Bestsellerautoren Lorraine Fouchet, Antoine Laurain und Grégoire Delacourt organisiert. Diese einmalige Gelegenheit, die drei außergewöhnlichen Literaten persönlich kennenzulernen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, und so habe ich mit großer Freude zugesagt – und es hat sich mehr als gelohnt!!!

Da ich mir fest vorgenommen hatte, mir in diesem Jahr auf der Messe mal nicht die Füße platt zu laufen, sondern mir vor allem das Angebot der kleinen Verlage anzuschauen, kam ich relativ früh am Stand des Atlantik Verlags an und war sofort sehr angetan: Nicht nur von der brillanten Buchauswahl, sondern auch von den sehr ansprechend designten Covern, die ein wahres Fest fürs Auge sind. Meine Romanfavoriten, die ich auf jeden Fall lesen möchte, sind Thomas Montassers Roman Monsieur Jean und sein Gespür für Glück, Der Meisterkoch von Saygin Ersin, Der Fluch des Hauses Foskett, ein weiterer Fall für den glasäugigen viktorianischen Detektiv Sidney Grice, den Autor M.R.C. Kasasian so wunderbar grantig konzipiert hat, und natürlich – passend zu Weihnachten – Agatha Christies Das Geheimnis des Weihnachtspuddings.

So langsam füllte sich der Stand, und ich konnte gerade noch rechtzeitig einen Platz vor den schönen Bücherwänden ergattern. Neben mir saßen u.a. Julia Schmitz (Fräulein Julia), freie Journalistin und Bloggerin, Katja Baltruschat vom Blog literaturELLe.de und Kerstin Wiegard (www.literaturchaos.jimdo.com). Es ist wirklich schön, sich mal persönlich kennenzulernen und sich übers Bloggen u.v.m. auszutauschen. Viele Blogger-Kolleginnen sind von weit her angereist, um dabei zu sein und waren terminlich durchgetaktet. Da ich noch nicht so lange blogge, konnte ich von den dreien viele nützliche Infos erhalten. Und wie wir so angeregt plauderten, standen plötzlich Antoine Laurain und Lorraine Fouchet (Grégoire Delacourt war leider erkrankt) in unserer Mitte. Wow – das war schon ein ganz besonderer Moment, und plötzlich wurde es ganz still. Doch nicht lange, denn Laurain und Fouchet gesellten sich ganz entspannt zu uns, so dass anregende Gespräche ganz wie von selbst in Gang kamen.

Laurain stand zunächst im Vordergrund, umringt von seinen weiblichen Fans. Bestens gelaunt signierte er seinen neuesten Roman Die Melodie meines Lebens, den ich euch demnächst auf meinem Blog vorstellen werde. Ihr dürft gespannt sein, denn diese Geschichte ist wirklich etwas ganz Besonderes und unterscheidet sich deutlich von seinen vorherigen Werken, obwohl es zunächst laut Klappentext so scheint, als würde Laurain seinem literarischen roten Faden – ein Objekt verändert das Leben eines Menschen auf wundersame Weise – treu bleiben.

Mit unendlicher Geduld erfüllte Laurain die zahlreichen Fotowünsche und plauderte mit den anwesenden Gästen charmant auf Englisch und Französisch. Nachdem er auch mein Exemplar signiert hatte, wollte ich von ihm wissen, woher er die Ideen zu seinen Romanen nimmt. Er verriet mir, dass es hier kein festes Schema für ihn gibt. Die Idee zu seinem Roman Der Hut des Präsidenten kam ihm beispielsweise, als er seinen Hut und Schal in einem Restaurant vergaß und beides nicht mehr zurückerhielt. Was seine fiktiven Charaktere angeht, die er so gelungen porträtiert, ist dem Autor vor allem wichtig, dass sie Sympathie erwecken, was ihm meines Erachtens auch sehr gut gelingt. Abschließend teilte mir Laurain zudem mit, dass sein neuestes Buch noch in diesem Jahr in Frankreich erscheint. Nach Lektüre von Die Melodie meines Lebens müssen sich die deutschen Leser leider noch ein Jahr gedulden, bis sein brandneuer Roman auch bei uns publiziert wird.

Danach gesellte ich mich zu dem Interessentenkreis um Lorraine Fouchet, die wirklich außergewöhnlich natürlich und sympathisch ist. Sie signierte mir ihr wunderbares Buch Ein geschenkter Anfang auf sehr außergewöhnliche Weise, indem sie ein kleines Boot hineinmalte und schrieb:  Das ist das Boot des Lebens. Spring auf! Ich wollte von ihr wissen, wie sie ihre Charaktere, insbesondere jene in diesem Buch, kreiert hat. Sie verriet mir, dass viele der lokalen Personen wie Metzger, Bäcker etc. real existent seien, während sie die Protagonisten Lou, Jo und die weiteren Figuren frei erfunden habe. Ich war sehr überrascht zu hören, dass auch sie einen literarischen roten Faden verwendet: In jedem ihrer Bücher attribuiert sie einer Figur Eigenschaften ihres Vaters, und diese Figur muss nicht unbedingt alt sein. Dies fand ich sehr berührend. Ich war auch erstaunt zu erfahren, dass Fouchets Roman Ein geschenkter Anfang, mit der ihr hier in Deutschland der schriftstellerische Durchbruch gelang, bereits ihr 16. Buch ist. Da ich ihre Art zu schreiben sehr mag, werde ich jetzt peu à peu auch ihre anderen Bücher lesen und bin schon sehr gespannt, was mich erwartet.

Alles in allem war das Treffen mit Antoine Laurain und Lorraine Fouchet wirklich einzigartig. Es hat interessante Einblicke in die Welt der Schriftsteller gewährt und darüber hinaus auch kleine persönliche Einsichten der Autoren übermittelt. Wie im Flug verging die für ca. eine Stunde angesetzte, sehr gelungene Veranstaltung. An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an Julia vom Atlantik-Verlag, die nicht nur alles bestens organisiert, sondern sich auch hervorragend um uns gekümmert und uns als i-Tüpfelchen mit leckeren Croissants und Orangensaft versorgt hat. Merci beaucoup et à la prochaine!!!


Bildnachweise

Foto Croissant/Frühstück:
https://pixabay.com – Urheber: fcja99

Grafik Eiffelturm mit französischer Flagge:
www.shutterstock.com – Urheber: Tribalium

Alle anderen Fotos: © amillionpages.de

8 Antworten

  1. Dass dies dein Highlight der Messe war glaube ich sofort, das hört sich echt schön an und da hast sich der Verlag ja wirklich was einfallen lassen. Gerade wenn man mit Autoren mal in Kontakt kommt deren Büchern man gerne liest, ist das immer ein besonderer Moment. Ich muss aber gestehen, dass ich ehrlich gesagt beide Autoren nicht kenne. Das Frühstück sieht übrigens auch verdammt lecker aus.

    • Liebe Nicole,

      schön, wieder mal von dir zu lesen :).

      Ja, es war ein wirklich tolles Event. Es ist einfach was ganz anderes als eine Lesung. Da erfährt man zwar auch einiges, aber so ist es einfach netter, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wer hinter den Romanen steht. Es war wirklich ein Erlebnis.

      Machst du bald mal wieder eine Blogparade?

      Liebe Grüße

      Rosa

  2. Schade, dass ich diesen Termin nicht auf dem Programm hatte, sonst hätten wir uns mal kennenlernen können. Atlantik liegt leider nicht so in meinem Beuteschema ;), aber die Veranstaltung klingt sehr sehr nett. Vielleicht beim nächsten Mal. Liebe Grüße!

    • Liebe Petra,

      ja, es wäre wirklich schön, wenn wir uns mal kennenlernen könnten. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Ich möchte dann unbedingt nochmals zum Stand von ebersbach & simon – dafür hatte ich leider dieses Mal zu wenig Zeit.

      Liebe Grüße

      Rosa

  3. Liebe Rosa,

    OMG, du hast Antoine Laurain kennengelernt? Ich liebe seine Romane.

    Was für ein Event – da wäre ich nur zu gerne dabei gewesen.

    Auf sein neuestes Buch bin ich ja schon sehr gespannt – mal schauen, wie du es bewertest…

    Liebe Grüße

    Chloé

    • Liebe Chloé,

      ja, das war schon ein ganz besonderes Erlebnis.

      Das neue Buch von Laurain ist wieder einzigartig – aber es unterscheidet sich deutlich von den Vorgängern. Du darfst sehr gespannt sein :)!

      Liebe Grüße

      Rosa

  4. Hallo Rosa,

    das ist wirklich ein Highlight!

    Obwohl ich die französische Literatur sehr mag, kenne ich beide Autoren nicht.

    Ich finde persönliche Treffen mit Schriftstellern toll. Da erfährt man bestimmt viel über Autor und Werk.

    Ein sehr schöner Bericht!

    Viele Grüße

    Benedikt

    • Hallo Benedikt,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Schön, wieder mal von dir zu hören :).

      Du hast absolut Recht: Man erfährt dabei sehr viel über Autor und Werk – das Event hat richtig Spaß gemacht.

      Viele Grüße und bis bald

      Rosa

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