Das Ostermontag-Highlight:
Sherlock-Special – „Die Braut des Grauens“

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Heute Abend um 21.45 h ist es endlich soweit: Die ARD zeigt das lang erwartete Sherlock-Special mit dem mysteriösen Titel Die Braut des Grauens. Diese ganz spezielle Folge strahlte die BBC bereits am 1. Januar 2016 in Großbritannien aus und – wie erwartet – brachen die Zuschauerzahlen mit über 8,4 Mio. allein am Sendetag alle Rekorde. Und da ich es mal wieder nicht abwarten konnte, bis das Special auch ins deutsche Fernsehen kommt, habe ich mir das Original direkt nach Veröffentlichung bei iTunes heruntergeladen und angeschaut. Es hat sich gelohnt, denn diese Sherlock-Folge ist meines Erachtens ganz besonders gelungen. Ihr könnt wirklich gespannt sein und euch auf einen äußerst geheimnisvollen und furiosen Fall von Sherlock und Watson freuen, der viele Highlight-Szenen beinhaltet, überraschende Wendungen bereit hält und sich teilweise so rasant entfaltet, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, sich im Kopf von Mastermind Holmes zu befinden, in dem sich seine Gedanken mit kaum fassbarer Geschwindigkeit überschlagen und wie ein fulminantes Feuerwerk immer wieder aufsteigen und verglühen.

Ein geisterhafter Mord

Gleich zu Beginn der Geschichte ahnt man schon, dass etwas ganz anders ist als sonst, denn sie spielt nicht, wie in den vormaligen Episoden, in der heutigen Zeit, sondern im viktorianischen London, wo Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin Freeman) ebenfalls legendäre Persönlichkeiten sind: Holmes, wie gewohnt, als Meisterdetektiv und Ermittler, Watson als sein bodenständiges Pendant, der Storys für renommierte Zeitungen schreibt. Detective Inspector Lestrade (Rupert Graves) wendet sich mit einem bizarren Mordfall an das geniale Duo, für den er absolut keine Erklärung findet: Emelia Ricoletti, eine scheinbar wahnsinnige Frau, hat in ihrem Brautkleid von einem Balkon wahllos auf Passanten geschossen und sich danach mit einem Kopfschuss das Leben genommen. Nachdem ihr Ehemann sie eindeutig als seine Frau identifiziert hat, geschieht noch in derselben Nacht etwas Unglaubliches: Emelia soll ihrem lasterhaften Ehemann als spukhafte Erscheinung aufgelauert und ihn dann erschossen haben.

© polyband Medien GmbH – © Hartswood Films – Fotograf: Robert Viglasky
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin Freeman)

Sherlock findet den Fall derart befremdlich und abstrus, dass er ihn übernimmt. Als er dann jedoch im Leichenschauhaus von Dr. Hooper (Louise Brealey) erfährt, dass es sich bei der Toten wohl zweifelsfrei um Emelia Ricoletti handelt, hat sich die Angelegenheit für Holmes eigentlich schon erledigt, denn er hält die Geistergeschichte für totalen Humbug und ist darüber hinaus auch nicht sonderlich motiviert, an dem Fall weiterzuarbeiten, bis die geisterhafte Braut weitere Menschen ermordet. Für Holmes ist allerdings schnell klar, dass es sich hierbei nur um Nachahmungstäter handeln kann. Und da die Angelegenheit somit für ihn keine intellektuelle Herausforderung mehr darstellt, ist er geneigt, sie ad acta zu legen.

Das Geheimnis der Orangenkerne

Doch der Fall holt Holmes und Watson wieder ein, als Sherlocks Bruder Mycroft ihm von einem merkwürdigen Vorfall berichtet. Lady Carmichael (Catherine McCormack) sorgt sich um ihren Ehemann, Sir Eustace Carmichael (Tim McInnerny), der nach Erhalt eines mysteriösen Briefumschlages gefüllt mit Orangenkernen total in Panik gerät. Lady Carmichael ist davon überzeugt, dass ihr Mann bedroht wird und sich in ernsthafter Gefahr befindet. Bedingt durch die o.g. Vorfälle wird vermutet, dass der Geist von Emelia Ricoletti, die Braut des Grauens, in Sir Carmichael sein nächstes Opfer gefunden zu haben scheint. Und so beschließen Sherlock und Watson, sich auf dem Anwesen der Carmichaels zu verstecken, um einen möglichen Mord zu verhindern und die Braut des Grauens endgültig zur Strecke zu bringen. Doch der Plan misslingt völlig, ein absolutes No-go in Sherlocks streng durchdachter Welt, und er findet eine Nachricht, die so unglaublich ist, weil nicht sein kann, was nicht sein darf…

© polyband Medien GmbH – © Hartswood Films – Fotograf: Robert Viglasky
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch)

Im Labyrinth von Sherlocks Mind Palace

Mit dem Special Die Braut des Grauens ist den Machern von Sherlock, Mark Gatiss und Steven Moffat, wieder ein Geniestreich gelungen. Ohne hier zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass diese Folge ganz anders ist als die Episoden der Staffeln 1 – 3, die ich schon fast auswendig kenne. Macht euch auf etwas gefasst und seid hellwach, denn dieses Mal seid ihr auch als Zuschauer gefordert. Wenn ihr nicht im Labyrinth von Sherlocks Mind Palace verloren gehen wollt, müsst ihr kombinieren und um die Ecke denken – und zwar so blitzschnell wie der Meisterdetektiv selbst. Das ist eine ganz besondere Herausforderung und ein ungewöhnliches Abenteuer, das fasziniert und großen Spaß macht.

Benedict Cumberbatch: Sherlock at his best

Nachdem Benedict Cumberbatch Arthur Conan Doyles etwas verstaubter literarischer Figur des Sherlock Holmes wieder Leben eingehaucht und ihr einen neuzeitlichen Anstrich gegeben hat, ist sein Sherlock mittlerweile Kult – absolut zu Recht, denn Cumberbatch spielt diesen eigenbrötlerischen, hochintelligenten Querkopf so exzellent, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass dieser fiktive Charakter eigentlich im späten 19. Jahrhundert bzw. frühen 20. Jahrhundert angelegt wurde.

© polyband Medien GmbH – © Hartswood Films – Fotograf: Robert Viglasky
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch)

Als ich damals den Trailer zur ersten Sherlock-Staffel sah, war mir Cumberbatch als Holmes nicht so ganz geheuer, weil ich Rupert Everett für unübertroffen hielt. Aber nach der ersten Episode war ich derart begeistert, dass ich es seitdem nie erwarten kann, die nächste Staffel zu sehen. Es ist den Produzenten Steven Moffat und Mark Gatiss wirklich hervorragend gelungen, die Serie in die moderne Zeit zu transferieren. Sherlock ist ein Nerd, Watson ein Blogger – eigentlich undenkbar bei den literarischen Originalen, aber es funktioniert – und man hat vor allem nie das Gefühl, dass es je anders war.

Ob es sich bei Die Braut des Grauens nunmehr um eine Rückkehr zum historischen Original handelt, werde ich euch natürlich nicht verraten. Schaut selbst, lasst euch überraschen und vor allem: Get sherlocked!!!


Sherlock – The Abominable Bride
Produktionsland: UK
Regie: Douglas Mackinnon
Drehbuch: Mark Gatiss, Steven Moffat
Produktion: Sue Vertue
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH, München

Mein herzlicher Dank gilt der polyband Medien GmbH, München, www.polyband.de, die mir alle o.g. Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

2 Antworten

    • Liebe Bee,

      herzlichen Dank!!!

      Ich bin mal gespannt, wie das Sherlock-Special euch gefällt und freue mich, wie immer, auf dein Feedback.

      Liebe Grüße

      Rosa

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