Candice Renoir
Charmante Krimiserie à la française

© Edel:Motion/Glücksstern-PR

Es gibt Serien, da weiß man schon nach der ersten Folge, dass man sich jede Episode anschauen wird. So erging es mir mit Candice Renoir, eine außergewöhnlich spritzig- spannende Krimiserie aus Frankreich, die mich sofort angesprochen hat. Candice Renoir ging 2013 an den Start und wurde vom französischen Publikum begeistert aufgenommen – ein absoluter Überraschungserfolg, mit dem niemand gerechnet hatte und der die Produzenten und Schauspieler gleichermaßen freute. Im Mai erscheint in Frankreich bereits die 4. Staffel der zum Quotenhit avancierten Serie. Hier bei uns in Deutschland strahlt zdf neo die Staffeln 1 und 2 aus, und es hat sich gezeigt, dass auch die deutschen Zuschauer sich dem Charme von Candice Renoir nicht entziehen können. Worin liegt also das Erfolgsgeheimnis dieser ungewöhnlichen Serie, deren Fans immer mehr werden? Hier kommen meines Erachtens drei Faktoren zusammen: Originelle Background-Story, sehr gute Schauspieler, allen voran die Hauptdarstellerin Cécile Bois, die ihre Rolle mit viel Enthusiasmus und Authentizität spielt, und natürlich viele spannende Kriminalfälle. Diese Kombination macht Candice Renoir für mich zu einem absoluten Geheimtipp, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Ein schwieriger Wiedereinstieg

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Candice Renoir (Cécile Bois)

Nachdem sich Commandant Candice Renoir (Cécile Bois) eine 10-jährige Auszeit vom Job genommen hatte, um sich ganz ihren vier Kindern zu widmen und ihren Manager-Mann Laurent (Arnaud Giovaninetti) bei seiner Karriere im Ausland zu unterstützen, kehrt sie nach gescheiterter Ehe und als alleinerziehende Mutter wieder nach Frankreich zurück.  Zuhause zu sitzen und sich zu bemitleiden, kommt für Candice nicht in Frage, und so entschließt sie sich, wieder in ihrem Beruf als Hauptkommissarin Fuß zu fassen. Als man ihr eine adäquate Stelle im südfranzösischen Küstenort Sète anbietet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch sie hat sich zu früh gefreut, denn ihr neues Team empfängt sie mit eisiger Ignoranz – allen voran Capitaine Antoine Dumas (Raphaël Lenglet), der fest mit der Führungsposition gerechnet hatte. Dumas und seine Kollegen, die wortkarge Chrystelle Da Silva (Gaya Verneuil) und der jungenhafte Jean-Baptiste Medjaoui (Mhamed Arezki), machen sich über die „etwas mollige“ neue Chefin lustig und betiteln sie als „Polizei-Barbie“, da sie mit den neuen Vorschriften und den innovativen polizeilichen IT-Programmen nicht vertraut ist. Auch Candices Vorgesetzte, Polizeidirektorin Yasmine Attia (Samira Lachhab), macht ihr das Leben schwer und kritisiert sie unablässig. Einzig die Pathologin Pascale Ibarruri (Alix Poisson) begegnet Candice sehr freundschaftlich und hilft ihr, wo sie nur kann.

Eine liebenswert-chaotische Familie

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Candice Renoir (Cécile Bois), die Zwillinge Martin und Léo (Paul u. Alexandre Ruscher),
Tochter Emma (Clara Antoons) und Sohn Jules (Étienne Martinelli)

Neben der neuen beruflichen Herausforderung muss Candice auch noch ihre vier Kinder managen. Die quirligen Zwillinge Martin und Léo (Paul und Alexandre Ruscher), die nur Unsinn im Kopf haben, ihre pubertierende Tochter Emma (Clara Antoons), die gegen alles und jeden rebelliert, sowie Sohn Jules (Étienne Martinelli), der Chefkochambitionen hat und am liebsten ausgefallene Menüs zaubert, machen es ihrer Mutter nicht gerade leicht. Damit ihr nicht alles über den Kopf wächst, engagiert Candice das Au-Pair Mädchen Laurette (Aude Forget), die ihr Bestes gibt, um die bunte Truppe in Schach zu halten. Auch Candices gut aussehender Nachbar Hervé Mazzini (Alexandre Varga) ist immer zur Stelle, wenn Candice mal Hilfe braucht – dies natürlich nicht ganz uneigennützig, denn er findet sie sehr attraktiv und mag ihre natürlich-erfrischende Art.

Ein feindseliges Team

© Edel:Motion/Glücksstern-PR – Capitaine Antoine Dumas (Raphaël Lenglet)

Obwohl Candice ihren neuen Job als Hauptkommissarin liebt, machen ihr die offene Feindseligkeit ihres Teams und die Schikanen ihrer Vorgesetzten schwer zu schaffen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und löst zur Überraschung ihrer Mitarbeiter selbst die schwierigsten Fälle auf ihre ganz eigene unkonventionelle Art, die insbesondere Capitaine Dumas in den Wahnsinn treibt. Mit ihren oberflächlich harmlosen Fragen hat sie schon so manchen scheinbar völlig Unverdächtigen als Täter entlarvt, denn sie hat ein Auge fürs Detail und einen untrüglichen Instinkt, wenn es um menschliche Abgründe geht. Candice gibt sich alle erdenkliche Mühe, um mit ihren völlig unterschiedlichen Mitarbeitern klarzukommen, doch als sie erfährt, dass sich ihr ganzes Team versetzen lassen will, weil man sie als Vorgesetzte ablehnt, reicht es ihr endgültig. Sie ist fest entschlossen zu kündigen, doch dann nimmt ihr erster Fall eine ungeahnte Wendung, die ihren Entschluss und den Versetzungsplan ihres Teams völlig ins Wanken bringt…

Höhen und Tiefen

© Edel:Motion/Glücksstern-PR – Candice Renoir (Cécile Bois)

Was mir an Candice Renoir so gefällt, ist, dass die weibliche Hauptfigur eben kein Supercop und keine Powerfrau ist. Als alleinerziehende Mutter mit vier Kindern versucht sie nicht nur, das alltägliche Chaos in den Griff zu bekommen, sondern kämpft auch noch obendrein mit ihrem beruflichen Wiedereinstieg, bei dem man sie nicht gerade auf Rosen bettet. Sie ist streckenweise völlig überfordert, doch Aufgeben ist nicht ihr Ding. Also beißt sie sich durch so gut sie kann, obwohl sie manchmal am liebsten alles hinwerfen würde. Doch ihr Humor, ihre Ausdauer und ihre Zähigkeit helfen ihr bei den anfänglichen Problemen, und so gewinnt sie peu à peu das Vertrauen ihres Teams, das sich mit der eigenwilligen Arbeitsweise seiner neuen Chefin immer noch schwer tut.

Darüber hinaus erfährt man Folge um Folge mehr Persönliches über die Charaktere, was sehr unterhaltsam und spannend ist. Während die Zuschauer alle Höhen und Tiefen in Candices Leben hautnah mitbekommen, z. B. wenn sie nach einer Kohlsuppendiät ohnmächtig wird, wie sie nach unwissentlichem Verzehr eines Haschkekses lachend Schlangenlinien fährt, wie sie nach den Schikanen ihrer Kollegen weinend im Auto sitzt oder sich mittels einer merkwürdigen Meditations-CD immer wieder sagt, dass sie Selbstbewusstsein hat, bleiben die Charaktere von Dumas und insbesondere von Kollegin Chrystelle Da Silva seltsam verschlossen. Dies lässt schon erahnen, dass jeder von ihnen ein Geheimnis hat, das um keinen Preis ans Licht kommen soll.

Das Erfolgsgeheimnis der Serie: Authentizität, Spannung, Charme und Witz

Der Erfolg dieser Serie ist neben der originellen Story primär den exzellenten Schauspielern zu verdanken. Cécile Bois verleiht Candice eine erfrischende Natürlichkeit gepaart mit viel Charme, Esprit und Witz, die allein die Serie schon sehenswert macht. Raphaël Lenglet spielt Capitaine Dumas anfänglich mit einer derart unerträglichen Arroganz und Selbstherrlichkeit, dass man als Zuschauer nicht anders kann, als sich permanent über ihn aufzuregen. Als Candice sich endlich mal traut, ihn anzuschreien, möchte man es ihr gleichtun. Was Dumas verbirgt bzw. was ihm noch widerfährt, werde ich euch natürlich nicht verraten. Auch Da Silvas Geheimnis ist mit einem tragischen Ereignis verbunden, das ich hier selbstverständlich nicht preisgebe.

Ich kann euch diese Serie wirklich sehr empfehlen. Sie ist spannend, witzig und berührend zugleich. Der Titelsong, der Soulklassiker Respect, passt im Übrigen auch hervorragend. Ich bin schon sehr gespannt auf die Staffeln 3 und 4.


Candice Renoir
Staffel 1 und Staffel 2
Produktionsland: Frankreich
Produktion: Caroline Lassa, Vincent Mouluquet

Sprachen: Deutsch, Französisch

Mein herzlicher Dank gilt Edel:Motion/Edel Germany GmbH, Hamburg, www.edel.com, und Glücksstern-PR, Steinheim, www.gluecksstern-pr.de, die mir alle o.g. Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt haben.

4 Antworten

  1. Liebe Rosa,

    ich mag französische Krimiserien sehr, kannte aber bisher nur ‚Profiling Paris‘.

    ‚Candice Renoir‘ klingt toll. Da muss ich unbedingt mal reinschauen. Danke für den Tipp!

    Viele Grüße

    Danielle

    • Liebe Danielle,

      toll, dass Dir französische Krimiserien auch so gut gefallen. Ich dachte schon, ich stünde hier ziemlich allein.

      „Candice Renoir“ ist einfach ein „Must see“. Schau mal rein und schreib mir, wie du die Serie findest.

      Liebe Grüße

      Rosa

  2. Liebe Rosa,

    das hört sich toll an, die Protagonisten finde ich rein optisch schon sehr sympathisch. Da ich jetzt ja wahrscheinlich den Anfang verpasst habe, werde ich die Augen offen halten für Candice 🙂

    Liebe Grüße, Bee

    • Liebe Bee,

      es ist wirklich eine tolle Serie – gute Unterhaltung kombiniert mit Spannung und Witz.

      „Candice Renoir“ wird – denke ich – bestimmt nochmals auf zdf neo wiederholt. Du solltest die Serie schon von Anfang an schauen. Zwischendurch einzusteigen, macht nicht viel Sinn, weil du viele Figuren dann nicht einordnen kannst.

      Liebe Grüße

      Rosa

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