Safe House: Trügerische Sicherheit

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Top Crime-Drama mit Suchtpotenzial

Die britische Serie Safe House, die ich euch heute empfehlen möchte, ist ein Crime-Drama erster Qualitätsklasse. Die 1. Staffel (Folgen 1 – 4), die gerade auf zdf neo ausgestrahlt wurde (und demnächst nochmals wiederholt wird), ist derart spannend und so exzellent konzipiert, dass ich es gar nicht erwarten kann, die 2. Staffel zu sehen, die derzeit produziert wird. In Großbritannien wurde die Serie begeistert aufgenommen – das liegt nicht nur an der ungewöhnlich nervenaufreibenden Story, sondern primär an den hochkarätigen Schauspielern, allen voran Christopher Eccleston, der bereits an der Seite von Kate Winslet in Jude the Obscure (Herzen in Aufruhr) und neben Cate Blanchett in dem großartigen Historienfilm Elizabeth brillierte.

Regisseur Marc Evans und Autor Michael Crompton ist mit Safe House eine großartige Dramareihe gelungen, die sich dank ihres hervorragenden filmisch-inhaltlichen Konzeptes wohltuend von der derzeitigen Serienflut abhebt, weil sie ohne Glanz und Glamour großartig unterhält und hohes Suchtpotenzial hat.

Ex-Detective Robert Haleford (Christopher Eccleston) hat den Polizeidienst quittiert, nachdem die Zeugin Susan Reynolds, für deren Schutz er verantwortlich war, vor seinen Augen erschossen und er schwer verletzt wurde. Dieses Trauma, das ihn immer noch mit Flashbacks und Alpträumen verfolgt, will er hinter sich lassen und hat sich mit Ehefrau Katy (Marsha Thomason) in ein völlig abgelegenes, unheimlich anmutendes Landhaus im Lake District zurückgezogen, das er in Eigenregie renoviert. Jeden Morgen schwimmt Robert durch den eiskalten See, um die Dämonen hinter sich zu lassen. Doch das will ihm einfach nicht gelingen, denn er kann sich nach all der Zeit immer noch nicht erklären, wie es zu dem Mord an dieser wichtigen Zeugin kommen konnte, obwohl er alle Sicherheitsvorkehrungen bis ins Detail beachtet hatte.

© polyband Medien GmbH – Mark Maxwell (Paterson Joseph)

Roberts ehemaliger Chef Mark Maxwell (Paterson Joseph) möchte Robert, seinen besten Detective, wieder in den Polizeidienst eingliedern und schlägt vor, aus seinem ländlichen Domizil ein Safe House, einen Unterschlupf für Zeugen, gefährdete Personen etc., zu machen.  Katy ist nicht begeistert,  doch Robert freundet sich langsam mit dem Gedanken an, obwohl er und seine Frau eigentlich beschlossen hatten, aus dem Haus eine Pension zu machen. Viel Zeit zum Überlegen bleibt den beiden nicht, denn die Familie des Gefängnisaufsehers David Blackwell (Jason Merrells) ist in imminenter Gefahr. Auf dem Rummelplatz hatte ein Unbekannter den kleinen Sohn der Blackwells, Sam, entführt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd konnte Vater David schließlich den Angreifer stellen und seinen Sohn befreien, woraufhin der Entführer ihn jedoch fast zu Tode prügelte und dann auch noch einen zu Hilfe eilenden Passanten niederstach. Keiner aus der Familie kann sich diese brutale Tat erklären, zumal sie weder reich sind noch augenscheinliche Feinde zu haben scheinen. Als man dann den Wagen des Täters vor dem Haus der Familie sicherstellt, beschließt die Polizei, zunächst Blackwells Frau Ali und seine Kinder Sam und Louisa in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in Roberts Safe House zu bringen. Blackwell soll umgehend nachkommen, wenn er von seinen schweren Verletzungen genesen ist. Was ihn am meisten beunruhigt, ist, dass sein ältester Sohn Joe, das schwarze Schaf der Familie, immer noch nicht gefunden wurde und er somit ein leichtes Ziel für den Täter ist, der die Familie und ihre Gewohnheiten bis ins Detail kennt.

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Robert und Katy versuchen, die völlig verstörte Familie zu beruhigen und ihnen die wichtigsten Regeln für ihren Aufenthalt im Safe House näherzubringen. Eine dieser Regeln ist, dass Handys und PCs absolut verboten sind – ein Ding der Unmöglichkeit für die pubertierende Tochter Louisa, aber auch für Mutter Ali, die per Home Office arbeitet. Darüber hinaus gestaltet sich das Zusammenleben der Familie in der völligen Abgeschiedenheit äußerst schwierig: Alte Konflikte und Feindseligkeiten brechen auf, und so muss Robert viel Feingefühl aufbringen, um die oftmals hitzigen Gemüter zu beruhigen. Und auch die Kinder wollen ohne Handys und TV entertaint werden – eine Aufgabe, die Robert aber sehr gerne übernimmt, obwohl ihm hierzu eigentlich die Zeit fehlt, denn von dem brutalen Täter fehlt jede Spur, auch sein Motiv ist völlig unklar. Hinzu kommt, dass Roberts Erinnerungen an den Abend des Mordes an der Zeugin Stück für Stück zurückkehren und ihn perplexer zurücklassen als je zuvor. Als dann Louisa einen fatalen Fehler begeht, geraten Robert, Katy und die Blackwells in höchste Gefahr, denn der Täter nimmt ihre Fährte auf und macht vor nichts und niemandem Halt, um sie aufzuspüren…

© polyband Medien GmbH – Robert, Katy und Mark
(Christopher Eccleston, Marsha Thomason, Paterson Joseph)

Safe House ist mit Abstand die beste Serie, die ich seit langem gesehen habe. Die vier Folgen der 1. Staffel mit den Titeln 1) Freundschaft – 2) Familie – 3) Liebe – 4) Verrat habe ich mir völlig gebannt an zwei Tagen hintereinander angeschaut. Bei einer Szene in der letzten Folge habe ich mich wirklich zu Tode erschreckt – und das passiert mir sonst eigentlich nie, denn viele Crime Serien sind recht vorhersehbar.

Was diese Serie so besonders macht, ist neben der fesselnden Story in erster Linie die Konstellation der Charaktere. Ex-Detective Robert, den Eccleston so hervorragend leise porträtiert, kämpft im Safe House, seinem Refugium, mit seinen Erinnerungen und versucht, wieder Fuß zu fassen. Doch die Sicherheit seiner Festung ist trügerisch. Bald weiß er nicht mehr, wem er trauen kann – selbst die Menschen, die ihm nahe stehen, scheinen etwas zu verbergen. Seine Frau Katy, die ihre Karriere aufgab, um mit ihm weit weg von allem ein neues Leben zu beginnen und sein Ex-Boss Mark, der ihn mit allen Mitteln zurückhaben möchte, lassen Roberts Dilemma nur allzu deutlich werden. Ihm wird mehr und mehr klar, dass er mit aller Macht versuchen muss, sich an den dunkelsten Tag seines Lebens zu erinnern, um die Wahrheit zu finden.

Um die Suche nach der Wahrheit geht es auch bei der Gastfamilie, den Blackwells. Robert ist davon überzeugt, dass sie etwas verbergen, das im Zusammenhang mit dem Motiv des Angreifers steht. Doch auch hier führen alle Spuren ins Leere, und Robert sieht seine Ängste und seine Verzweiflung in den Gesichtern der Familie reflektiert. Jeder kämpft mit seinen inneren Dämonen – im Safe House, dessen stürmisch-raue Location in Englands Lake District wie ein Seelenspiegel fungiert, ist niemand vor sich selbst sicher.

Alles in allem ist Safe House eine packende Serie mit glänzenden Schauspielern, die in Atem hält und zum Nachdenken anregt. Eine perfekte Mischung.


Safe House 
Land: Großbritannien
Jahr: 2015
Regie: Marc Evans
Autor: Michael Crompton
Deutscher Vertrieb: polyband Medien GmbH, München

Mein herzlicher Dank gilt der polyband Medien GmbH, München, www.polyband.de, die mir alle o.g. Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

6 Antworten

  1. Liebe Rosa,

    herzlichen Dank für deinen Serientipp. „Safe House“ klingt sehr spannend und scheint endlich mal wieder eine tolle Serie zu sein. Ich habe mir nämlich gerade den Trailer angeschaut.

    Ich hoffe, zdf neo wiederholt die Staffel, sonst kaufe ich mir halt die DVD Box. 

    Liebe Grüße

    Ana Thira

    • Liebe Ana Thira,

      lieben Dank für dein Feedback.

      zdf neo wiederholt die Serie nächsten Montag, allerdings nachts. Ich weiß auch nicht, ob sie alle Teile hintereinander ausstrahlen. Ich habe mir die Box gekauft, weil ich die Serie eh behalten will.

      Ich bin auf deine Meinung sehr gespannt.

      Liebe Grüße

      Rosa

    • Liebe Miss Booleana,

      schön, wieder mal von dir zu hören.

      Es gibt ja auch so viele Serien mittlerweile, da fällt es schwer, den Überblick zu behalten und sich die wirklich guten herauszusuchen. Und wenn Eccleston dann dabei ist, umso besser…

      Ich hoffe, du machst bald mal wieder eine so tolle Blogparade wie beim letzten Mal – dann bin ich gerne wieder dabei.

      Viele Grüße

      Rosa

  2. Liebe Rosa,

    ich habe mir auch gerade mal den Trailer angeschaut. Die Serie sehe ich mir auf jeden Fall an – das ist genau mein Geschmack. 

    Danke für den tollen Tipp!

    Liebe Grüße

    Danielle

    • Liebe Danielle,

      herzlichen Dank für dein Feedback!

      Ich freue mich, dass „Safe House“ deinen Geschmack trifft. Es lohnt sich wirklich, die Serie anzuschauen – sie ist so spannend. Ich freue mich schon sehr auf Staffel 2.

      Liebe Grüße

      Rosa

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