Die besten Shakespeare-Verfilmungen:
Hamlet mit Mel Gibson

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Shakespeares Tragödien, Komödien und Historien sind zeitlos: Sie sind spannend, hochdramatisch, mitreißend, komisch und doch werden sie zumeist nur in der Schule und an der Uni gelehrt. Die Wenigsten trauen es sich zu, seine Dramen zu lesen, denn die Sprache erscheint fremd und viel zu komplex, um einen Zugang zu finden. Insoweit sind Verfilmungen ein gutes Medium, um Shakespeares Werke der breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

Wagnis Shakespeare

Namhafte Regisseure und renommierte Schauspieler haben sich auf das Wagnis Shakespeare eingelassen und glänzende Arbeit geleistet. Mit Franco Zeffirellis Adaption von William Shakespeares Hamlet starte ich heute meine Reihe Die besten Shakespeare-Verfilmungen“. Ich stelle euch nach und nach eine kleine Auswahl der für mich besten Verfilmungen vor, die zeigen, dass Shakespeares Werke auch nach über 400 Jahren noch aktuell sind und dass seine Einschätzung der menschlichen Natur noch immer Gültigkeit hat.

Hamlet

Prinz Hamlet von Dänemark (Mel Gibson) kehrt zur Beerdigung seines Vaters nach Helsingør zurück und ist außer sich, als er erfährt, dass seine Mutter Gertrude (Glenn Close) den Bruder seines Vaters, Claudius (Alan Bates), heiraten wird. Für ihn ist diese viel zu frühe Wiederverheiratung seiner Mutter Verrat an seinem verstorbenen Vater, den er nicht akzeptieren kann.

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Der Geist des Vaters

Hamlets Freund Horatio (Stephen Dillane) erzählt ihm, dass der Geist seines Vaters immer noch umherirrt und dass er sich Hamlet oben auf der Burg zu erkennen gibt. Der Geist seines Vaters (Paul Scofield) erscheint Hamlet dort tatsächlich und offenbart ihm, dass er von Claudius vergiftet wurde und dass dieser heimtückische Mord gerächt werden muss. Fortan bestimmt Hamlets Racheplan sein Leben und seine Existenz gerät ins Wanken.

Entlarvung des Mörders

Er heuert eine Truppe Wanderschauspieler an und bittet sie, ein bestimmtes Stück in Anwesenheit von Gertrude und Claudius aufzuführen, zu dem er die Geschichte – den Mord an seinem Vater – liefert. Hamlet möchte sehen, wie Claudius sich durch seine Reaktion auf das Stück selbst entlarvt. Genau dies ist der Fall, und die Aufführung endet in einem Eklat. Claudius bemerkt schnell, wie gefährlich Hamlet ihm werden kann und schickt ihn auf eine Reise nach England, von der er nicht lebend zurückkehren soll.

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Rache um jeden Preis

Aber Hamlet kehrt zurück und muss seine große Liebe, Ophelia (Helena Bonham Carter), zu Grabe tragen, die, wie er viel zu spät erkennt, ebenfalls ein Opfer seiner Rachsucht wurde. Verzweifelt und völlig außer Kontrolle ist er so entschlossen wie nie zuvor, den Schuldigen zur Strecke zu bringen. Seine unbändige Wut setzt eine Kettenreaktion in Gang, die nur tödlich enden kann…

Mad Max als Hamlet: Fehlbesetzung oder Geniestreich?

Ein Action-Star als Hamlet? Schon im Vorfeld rümpfte man die Nase und bezweifelte, dass Mel Gibson der Aufgabe gewachsen sei. Ich war mir auch nicht sicher, bis ich den Trailer gesehen hatte und absolut erstaunt über Gibsons einzigartige Wandlungsfähigkeit war, die man angesichts seiner Action-Filme wie Mad Max oder Lethal Weapon nicht vermutet hätte.

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Und so ist sein Hamlet auch nicht vorrangig der melancholische Zweifler, wie Shakespeare ihn angelegt hat. Er ist laut, provokant und seine physische Präsenz durchdringt jede Szene. Doch eines gelingt ihm wie keinem anderen: Er zeigt Hamlets Verletzlichkeit so berührend und ohne jegliches Pathos, dass es dem Zuschauer schwerfällt, diesen literarischen Charakter gänzlich zu verdammen.

Erstklassiger Regisseur und Traumbesetzung

Der italienische Franco Zeffirelli ist ein Meister seines Fachs und ein Garant für Qualität. Seine Shakespeare-Verfilmungen wie z.B. Der Widerspenstigen Zähmung mit Elisabeth Taylor und Richard Burton oder Romeo und Julia mit Leonard Whiting und Olivia Hussey sind unerreicht und zählen zu den Klassikern. Für seine Hamlet-Verfilmung stand ihm eine Riege der besten Film- und Theaterschauspieler zur Verfügung: Neben Mel Gibson spielen Größen wie Glenn Close, Alan Bates, Helena Bonham Carter, Paul Scofield, Nathaniel Parker und Stephen Dillane. Ihr großartiges Zusammenspiel macht den Film zu einem einzigartigen Erlebnis und zu einer beispiellosen Würdigung des wohl größten Dramatikers aller Zeiten.


Hamlet
Produktionsländer
: England/Frankreich/Italien/USA

Erscheinungsjahr: 1990
Deutscher Vertrieb:  STUDIOCANAL GmbH, Berlin

Mein herzlicher Dank gilt ARTHAUS/STUDIOCANAL GmbH, www.arthaus.de, die mir alle aufgeführten Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

3 Antworten

  1. Hallo Rosa.
    Diese Hamlet-Verfilmung kenne ich nicht, aber von dem Regisseur die Romeo & Julia Umsetzung, die ich unglaublich schön finde.
    Ich bin mal gespannt, welche Tipps du noch hast?
    Liebe Grüße, Bee

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