Gefährliche Erinnerung

Michel Bussi: Das verlorene Kind

Seit Bussis Roman Das Mädchen mit den blauen Augen bin ich ein großer Fan des französischen Schriftstellers und habe alle seine Bücher gelesen. Seine Erzählungen sind immer sehr außergewöhnlich, ungeheuer spannend und haben eine Sogwirkung, wie ich sie bei anderen Autoren selten erlebt habe. Es ist äußerst schwierig, seine Werke einem Genre zuzuordnen, denn sie vereinen viele Facetten: Sie sind Thriller, Familiendramen und gesellschaftskritische Betrachtungen, die die Leser in ihren Bann ziehen und sie in ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel verwickeln. Immer wenn man glaubt, den Plot durchschauen zu können, öffnet sich eine weitere unvorhersehbare Tür, hinter der sich ein neuer Aspekt verbirgt. Somit wird der Spanungsbogen stets weiter aufgebaut, bis Bussi uns am Ende des Romans eine völlig überraschende Auflösung präsentiert, die uns perplex zurücklässt. Und genau hierin liegt auch das Erfolgsgeheimnis des brillanten französischen Schriftstellers, der für mich zu den vielversprechendsten literarischen Entdeckungen der letzten Jahre zählt.

Ein allzu fantasievolles Kind?

Als Schulpsychologe Vasile Dragonman gebeten wird, den kleinen Malone Moulin zu begutachten, dessen allzu fantasievolle und merkwürdige Erzählungen eine Krankenschwester seiner Vorschule hellhörig werden ließen, ist es für ihn zunächst ein Fall wie jeder andere. Doch als er auf den Kleinen trifft und hört, was er in seiner kindlichen Art zu sagen hat, traut er seinen Ohren nicht: Malone behauptet, seine Mutter sei nicht seine richtige Mama, sein Vater nicht sein richtiger Papa. Darüber hinaus erzählt er Vasile von den Orten, an denen er angeblich früher gelebt und von Dingen, die er gesehen hat: Ein Schloss mit vier Türmen, eine Rakete, ein Piratenschiff und ein Menschenfresser mit einem silbernen Ohrring und einem Totenkopf-Tattoo.

Vasile lassen die Geschichten des Kleinen und auch die Bilder, die er für ihn malt, nicht mehr los. Bar jeder Logik glaubt er Malone und wendet sich zunächst an dessen Klassenlehrerin, Clotilde Bruyère, die von Schulpsychologen gar nichts hält. Für sie ist Malone einfach ein kleiner Träumer, der gern Dinge erfindet, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch Vasile lässt sich nicht abwimmeln, und so bleibt Clotilde nichts anderes übrig, als Malones Eltern einzubestellen. Während seine Mutter Amanda äußerst zurückhaltend und befremdet auf die Mitteilung der Lehrerin reagiert, ist sein Vater Dimitri außer sich vor Wut über die Einschaltung des Psychologen und verbietet sich jegliche Einmischung.

Ein Fall für die Polizei?

Als die Schule Malones Fall nach Überprüfung des Familienbuchs der Moulins als erledigt betrachtet, wendet sich Vasile auf Anraten einer Freundin an die Polizei. Doch Commandante Marianne Augresse hat eigentlich gar keine Zeit, um sich näher mit Vasiles Schilderung von Malones Geschichten zu befassen. Nach einem bewaffneten Raubüberfall mit zwei Opfern sind zwei Täter tot und ein dritter ist schwer verletzt auf der Flucht. Darüber hinaus vermutet man, dass ein vierter, sehr brutaler Täter untergetaucht ist. Man fahndet mit Hochdruck nach den Killern, doch von ihnen fehlt jede Spur. Somit hört sich Marianne Vasiles Erläuterungen auch nur zwischen Tür und Angel an, um ihrer gemeinsamen Freundin Angie einen Gefallen zu tun. Sie hält Malones Aussagen für kindliche Spinnereien, doch Vasile lässt nicht locker.

Nachdem er ihr dann in einem weiteren Gespräch auch noch mitteilt, dass Malone nach eigenen Aussagen die bizarren Stories von seinem heißgeliebten Kuscheltier Gouti erzählt bekommt, ist sie drauf und dran, Vasile freundlich aber bestimmt abzuweisen. Doch dann entdeckt Vasile durch Zufall einen Mini-MP3-Player in Goutis Bauch, auf dem mit verfremdeter Stimme sieben Geschichten für Malone aufgesprochen wurden. Er überlässt ihn Marianne zur Auswertung, aber sie ist genervt und widmet sich wieder dem alles dominierenden Raubüberfall, der absolute Priorität genießt.

Eine tödliche Falle

Vasile forscht auf eigene Faust weiter und erstellt eine Karte mit den Orten aus Malones Erzählungen und Bildern. Auch eine bedrohliche anonyme SMS kann ihn nicht davon abhalten, die Suche nach Malones wahrer Identität fortzusetzen. Nach langen Recherchen führt ihn sein Weg schließlich zu einer äußerst abgelegenen Gegend bei Le Havre, wo er sich auf Spurensuche begibt. Als er endlich Beweise für Malones Behauptungen gefunden zu haben scheint, muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass man ihn in eine tödliche Falle gelockt hat…

Eindrucksvoller psychologischer Thriller mit unerwarteten Wendungen

Mit Das verlorene Kind ist Michel Bussi ein nervenaufreibender psychologischer Thriller der Extraklasse gelungen. In seinem Roman, der sich aus unterschiedlichen Erzählsträngen zusammensetzt, spielt der Autor gekonnt mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen der einzelnen Figuren, die versuchen, Malones kindliche Aussagen zu dechiffrieren. Am eindrucksvollsten ist die Geschichte immer dann, wenn uns Bussi in die Gedanken des kleinen Malone eintauchen und uns die Welt mit seinen Augen sehen lässt. Diese Kapitel sind sehr anrührend und ziehen uns noch tiefer in das Geschehen hinein, so dass wir – wie Vasile – unbedingt herausfinden möchten, wer Malone in Wirklichkeit ist.

Doch wieder und wieder wird uns dabei bewusst, wie fragil und formbar das Gedächtnis und die Erinnerungen eines kleinen Kindes sind, wie wenig wir ihnen trauen können und auf was für ein unsicheres Terrain wir uns begeben, wenn wir ihnen wortgetreu folgen. Alle diese Aspekte machen den Roman zu einem ganz besonderen Werk, das durch eine aufwühlende, dramatische Story besticht, deren kleiner Protagonist noch lange im Gedächtnis bleibt. Mein Fazit: Ein hochspannender, klug konzipierter Pageturner – sehr lesenswert!

Michel Bussi: Politologe, Geografie-Professor und Bestseller-Autor

Michel Bussi wurde 1965 in Louviers geboren. Er hat eine Professur in Geografie und lehrt an der Universität von Rouen. Still und leise ist der medienscheue Autor zum neuen Star der französischen Literaturszene avanciert. Die renommierte französische Zeitung Le Figaro listete ihn im Jahr 2014 sogar auf Platz 8 der meistgelesenen französischen Schriftsteller. Allein in 2013 wurden 500.000 von Bussis Romanen, die mittlerweile in mehr als 22 Sprachen übersetzt werden, verkauft.

Internationaler Durchbruch mit Das Mädchen mit den blauen Augen

Dabei kam seine Schriftsteller-Karriere nur sehr schleppend in Gang. Seine ersten Romanversuche in den 90er Jahren wurden von den Verlagen höflich abgelehnt. Als er 2005 nach Rom fuhr, um dort mit vielen anderen begeisterten Touristen auf den Spuren von Dan Browns Da Vinci Code zu wandeln, las er gleichzeitig eine Neuedition von Maurice Leblancs Geschichten um Meisterdetektiv Arsène Lupin. Und so kam ihm auch die Idee zu seinem ersten Roman Code Lupin, der in der Normandie, Bussis Lieblingsregion in Frankreich, spielt. Sein Erstlingswerk wurde von einem lokalen Universitätsverlag schließlich akzeptiert und 2006 veröffentlicht. Der internationale Durchbruch gelang ihm allerdings erst 2012 mit dem Roman Das Mädchen mit den blauen Augen.

Bussis Spezialität: Pageturner auf hohem Niveau

Bussi ist, wie viele Kriminalschriftsteller, ein großer Fan von Agatha Christie. Aber auch Autoren wie Ray Bradbury und insbesondere Serge Brussolo zählen zu seinen literarischen Vorbildern. Sein bevorzugtes Genre ist und bleibt der roman populaire. Auch bei seinen eigenen Romanen legt er großen Wert darauf, dass sie sehr dynamisch, das heißt fesselnd und schnell lesbar, aber gleichzeitig auf hohem Niveau sind. Seine Romanentwürfe gibt Bussi, der in einem unscheinbaren Stadtteil von Rouen lebt, sowohl an seine Professoren-Kollegen als auch an seine Arbeiter-Freunde weiter, da er auf deren Meinung großen Wert legt.

Auch in Deutschland auf Erfolgskurs

Bisher sind folgende Werke von Michel Bussi ins Deutsche übersetzt worden: Das Mädchen mit den blauen Augen (Un avion sans elle), Die Frau mit dem roten Schal (N’oublier jamais), Beim Leben meiner Tochter (Ne lâche pas ma main) und der hier vorgestellte Roman Das verlorene Kind (Maman a tort).

Sein neuestes Buch Le temps est assassin ist 2016 in Frankreich erschienen. Ich hoffe, dass man auch diesen Roman übersetzt, denn Bussis meisterhafter Schreibstil macht ihn zu einer ganz besonderen Neuentdeckung für die deutschen Leser.

Weitere Informationen über Michel Bussi findet ihr auf seiner Website www.michel-bussi.fr.


Originalausgabe: Bussi, Michel. Maman a tort. Paris: Éditions Presses de la Cité, 2015.
Deutsche Ausgabe: Bussi, Michel. Das verlorene Kind. Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Barbara Reitz. Berlin: Rütten & Loening/Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, 2016.
Buchcover: www.aufbau-verlag.de
Informationen über Michel Bussi: Artikel von David Caviglioli: Michel Bussi, la nouvelle star. In: Le Nouvel Observateur. 23.02.2014:
http://bibliobs.nouvelobs.com/romans/20140220.OBS7143/michel-bussi-la-nouvelle-star.html

Kein Weg zurück

Charlotte Link: Die Entscheidung

Charlotte Link zählt für mich zu den besten zeitgenössischen Kriminalautorinnen. Ich habe bisher alle ihre Romane verschlungen und bin jedes Mal überrascht, wie unterschiedlich ihre Werke sind, obwohl sie schon eine Vielzahl veröffentlicht hat. Keine Geschichte gleicht der anderen, und ihre Protagonisten sind weit davon entfernt, den für das Genre üblichen Klischees bzw. Stereotypen zu entsprechen. Ihr spezieller Erzählstil, mehrere Handlungsstränge letztendlich zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen und den Leser dabei gekonnt immer wieder auf falsche Fährten zu führen, trägt meines Erachtens maßgeblich dazu bei, dass jedes ihrer Bücher in nur kurzer Zeit den Sprung auf die Bestseller-Listen schafft. Gleiches gilt auch für ihren neuesten Thriller Die Entscheidung, der mich absolut gefesselt und mir wieder Stunden hochspannender Unterhaltung beschert hat.

Im Dilemma

Simon Lemberger freut sich darauf, Weihnachten mit seinen beiden Kindern im Ferienhaus seines Vaters in La Cadière/Südfrankreich zu verbringen. Doch die Kids sagen trotz fester Zusage kurzfristig ab, weil sie den hippen Freund ihrer Mutter ihrem spießigen Vater vorziehen. Simon ist enttäuscht und wütend, aber er traut sich nicht, seiner Ex-Frau Maya, die so gerne über seinen Kopf hinweg entscheidet, und seinen wankelmütigen Sprösslingen einmal so richtig die Meinung zu sagen. Er geht Konflikten lieber aus dem Weg, da er es sich mit niemandem verderben möchte.

Seine neue Partnerin, Kristina Dembrowski, hat er mit dieser Einstellung bereits vergrault. Sie ist es leid, nur die Frau im Hintergrund zu sein, denn Simon hatte bisher immer noch nicht den Mut, sie seiner Familie und seinen Freunden offiziell vorzustellen. Als Simon Kristina eröffnet, dass er Weihnachten lieber allein mit seinen Kindern feiern möchte, um sie nicht mit seiner neuen Lebensgefährtin zu überfordern, reicht es ihr endgültig, und sie beschließt, ihm keine zweite Chance zu geben. Simon, dessen Weihnachts- und Beziehungspläne sich von jetzt auf gleich in Rauch aufgelöst haben, hadert mit sich und seiner Situation.

Eine folgenschwere Begegnung

Auf einem seiner Strandspaziergänge eilt Simon der verängstigten und bis auf die Knochen abgemagerten Französin Nathalie Boudon zur Hilfe. Die scheinbar obdachlose und entkräftete junge Frau war aus lauter Verzweiflung in ein Apartment eingebrochen, um dort wenigstens für einige Tage ein Dach über dem Kopf zu haben. Er beruhigt den aufgebrachten Hausmeister, zahlt ihre Mietschulden und nimmt sie bei sich auf – eine folgenschwere Entscheidung, denn Nathalie ist auf der Flucht vor der Polizei. Doch mehr ist aus ihr nicht herauszubekommen. Als sie merkt, dass sie Simon trauen kann, fasst sie sich schließlich ein Herz und erzählt ihm, was passiert ist. Nachdem sie es vor Hunger nicht mehr ausgehalten hatte, war sie in Lyon mit einem Unbekannten in seine Wohnung gegangen, der ihr Essen versprochen hatte, anschließend jedoch über sie hergefallen ist. In ihrer Panik hatte sie ihm eine Flasche über den Kopf geschlagen, worauf er regungslos liegen blieb. In der Annahme, er sei tot, verließ sie fluchtartig seine Wohnung, ohne ihre Tasche und ihr Handy mitzunehmen.

Die Gejagten

Obwohl Simon eigentlich nichts lieber täte, als Nathalie mit etwas Geld wieder vor die Tür zu setzen, entschließt er sich, ihr noch ein letztes Mal zu helfen und mit ihr nach Lyon in die Wohnung des Angreifers zu fahren, um ihre Handtasche zu holen. Ein wahnwitziger Plan, wie er erst viel zu spät erkennt, denn der Mann ist tatsächlich tot – jedoch nicht von einem Schlag auf den Kopf, sondern durch brutale Folterung. Nathalie schwört, nichts damit zu tun zu haben, doch Simon kommen erste Zweifel. Und ehe sich beide versehen, geraten sie ins Visier brutaler Menschenhändler, die vor nichts zurückschrecken, um Nathalie in ihre Gewalt zu bringen. Simon ahnt, dass Nathalie ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Als sie endlich mit offenen Karten spielt, ist es viel zu spät, denn die Killer sind ihnen längst auf der Spur…

Hochspannender Thriller um ein brisantes Thema

Das brisante Thema Menschenhandel steht im Fokus von Links spannungsgeladener Geschichte. Und, wie immer, hat sie exzellent recherchiert: Beängstigend realitätsnah katapultiert sie uns in die Welt dieser kriminellen Banden, die Menschen zu Ware degradieren und sie jeglicher Würde berauben. So wird denn auch in zwei weiteren Handlungssträngen dieses Romans das tragische Schicksal der jungen Bulgarin Selina geschildert, die in die Fänge einer solchen Organisation gerät, und ebenso das mysteriöse Verschwinden des bulgarischen Mädchens Ninka beleuchtet. die auf eine Modelkarriere im Westen hoffte.

Am Ende gelingt es der Autorin wieder einmal auf brillante Weise, die unterschiedlichen Erzählfäden so zu verknüpfen, dass sich auf einmal der Gesamtkontext und alle Zusammenhänge für uns wie von selbst erschließen. Bis es allerdings soweit ist, müssen wir dem rasanten Tempo dieses hochexplosiven Thrillers, den man nicht aus der Hand legen kann, folgen, einige falsche Fährten entlarven und zu guter Letzt beim nervenaufreibenden Showdown wieder einmal feststellen, wie trügerisch Vertrauen sein kann. Mein Fazit: Ein absolutes Must Read!

Charlotte Link: Erfolgreiche Bestseller-Autorin mit Rekordauflagen

Charlotte Link wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren und studierte Geschichte und Literaturwissenschaft. Ihren ersten Roman Cromwells Traum oder Die schöne Helena schrieb sie schon im Alter von 16 Jahren, bereits drei Jahre später – 1985 – wurde er publiziert. Es folgten Gesellschaftsromane wie z.B. die Trilogie Sturmzeit, Wilde Lupinen und Die Stunde der Erben, die für das ZDF verfilmt wurden. Dies gilt ebenso für ihre Werke Das Haus der Schwestern, Die Rosenzüchterin und Das andere Kind u.v.m., die ebenfalls fürs Fernsehen mit namhaften Schauspielern adaptiert wurden.

Deutschlands Queen of Crime

Der Schwerpunkt von Charlotte Links schriftstellerischem Schaffen liegt jedoch meines Erachtens auf ihren psychologischen Kriminalromanen, die – wie ihre Gesellschaftsromane – stets nach Erscheinen sofort die Bestseller-Listen stürmen. Bis auf Das Haus der Schwestern kenne ich allerdings nur Links Kriminalromane, die ich alle gelesen habe. Mein Favorit unter ihren Thrillern ist und bleibt Das andere Kind, aber jedes ihrer einzigartigen Werke – z.B. Am Ende des Schweigens, Der Beobachter, Im Tal des Fuchses, Die Betrogene und natürlich Die Entscheidung – ist für mich ein Lesegenuss.

Neuedition ihrer Jugendbuchreihe

Darüber hinaus ist Charlotte Link auch die Verfasserin der Jugendbuchreihe Reiterhof Eulenburg mit den Romanen Mondscheingeflüster, Diamantenraub, Mitternachtspicknick und Gefährlicher Sommer, die 2010 neu herausgegeben wurden.

Ein sehr persönliches Buch

In ihrem sehr persönlichen Buch Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester, das 2014 veröffentlicht wurde, berichtet sie über das Schicksal ihrer krebskranken Schwester Franziska, die sie durch alle Phasen ihrer Erkrankung bis zu ihrem Tod begleitete.

National und international anerkanntes Renommee

Charlotte Links Romane, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, sind sowohl nationale als auch internationale Bestseller. Allein in Deutschland wurden über 26 Millionen ihrer Bücher verkauft.

Für ihr herausragendes literarisches Schaffen erhielt Charlotte Link 2007 den Medienpreis Goldene Feder.

Die Schriftstellerin lebt mit ihrer Familie in Frankfurt und engagiert sich aktiv für den Tierschutz.


Originalausgabe: Link, Charlotte. Die Entscheidung. München: Blanvalet Verlag/Verlagsgruppe Random House GmbH, 2016.
Informationsquelle über Charlotte Link: Artikel von Stefan Locke: Die Frau mit der Formel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2012:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/charlotte-link-die-frau-mit-der-formel-12009250.html
Buchcover: www.randomhouse.de

Das Kindermädchen und der Buchhändler

Petra Hartlieb: Ein Winter in Wien

Wer diesen Roman nicht gelesen hat, dem entgeht nicht nur die wohl zauberhafteste Liebesgeschichte des Winters, sondern auch ein Lesegenuss sondergleichen, denn Petra Hartliebs neuestes Werk Ein Winter in Wien ist einfach ein hinreißendes Buchjuwel. Es spielt in der österreichischen Hauptstadt um 1910 im gehobenen Währinger Cottage-Viertel, wo der angesehene Dramatiker und Erzähler Dr. Arthur Schnitzler, der mit Werken wie Liebelei, Reigen, Freiwild, Das weite Land u.v.m. zu einem der renommiertesten Vertreter der Wiener Moderne zählte, mit Ehefrau Olga und den beiden Kindern Heinrich, genannt Heini, 9, und Lili, 2, lebt.

Das neue Kindermädchen

Nachdem das alte Kindermädchen Hedi zwecks Heirat gekündigt hat, tritt die junge Marie Haidinger die Stelle im Haus der Schnitzlers an. Marie kann ihr Glück kaum fassen, denn zum ersten Mal scheint es das Leben gut mit ihr zu meinen. Nach einer arbeitsreichen und lieblosen Kindheit hatte sie ihr gewalttätiger Vater im Alter von nur 12 Jahren als Magd an einen Bauern verkauft, um einen Esser weniger zu haben. Doch nach einem traumatischen Erlebnis flüchtet Marie schon nach kurzer Zeit und will in all ihrer Ausweglosigkeit ihrem Leben ein Ende setzen. Die Kellnerin Josephine rettet sie in letzter Minute und besorgt ihr Arbeit in einem Wirtshaus. Marie ist angewidert von ihrer neuen Aufgabe, aber schon bald gelingt ihr ein kleiner gesellschaftlicher Aufstieg: Sie wird Küchenmädchen bei einer Bankiersfamilie. Doch sie hat sich zu früh gefreut: Man schikaniert sie von früh bis spät und zu guter Letzt verliert sie sogar ihren Job.

Endlich zuhause

Bevor Marie jedoch erneut um ihre Existenz bangen muss, bietet sich ihr die Chance auf eine Stelle als Kindermädchen bei den Schnitzlers, die sie zu ihrer großen Freude auch erhält. Und endlich fühlt sie sich angekommen und zuhause: Die Köchin und Haushälterin Anna ist nett und fürsorglich, das Dienstmädchen Sophie ist ein wenig schroff, aber umgänglich. Und auch mit den Kindern kommt sie wunderbar klar: Die kleine Lili mag sie auf Anhieb, Wirbelwind Heini ist zunächst etwas reserviert, doch schnell wächst Marie auch ihm ans Herz. Und auch über ihren Arbeitgeber kann sie nicht klagen: Dr. Schnitzler ist äußerst freundlich und geht sehr liebevoll mit den Kindern um. Nur seine Frau Olga könnte netter sein: Sie steht Marie sehr skeptisch gegenüber und hält sie als Kindermädchen für viel zu jung.

Ein Buchhändler namens Oskar

Eines Tages soll Marie in der alteingesessenen Buchhandlung Friedrich Stock ein Buch für Dr. Schnitzler abholen. Dort begegnet sie dem jungen Buchhändler Oskar Novak, der sofort ganz verzaubert von ihr ist. Auch Marie findet ihn sympathisch, ist jedoch äußerst zurückhaltend, wie es sich für eine junge Frau in ihrer Stellung geziemt. Da Dr. Schnitzler des Öfteren Bücher bei Stock bestellt, kreuzen sich ihre Wege immer wieder, und Oskar macht Marie zu ihrer großen Freude hin und wieder kleine Buchgeschenke. Marie ist fasziniert – von der Literatur und von Oskar – und willigt sogar ein, mit ihm an ihren freien Tagen spazieren zu gehen. Sie genießt die gemeinsame Zeit mit ihm und könnte nicht glücklicher sein.

Spurlos verschwunden

Doch dann passiert etwas, das Marie völlig aus der Bahn wirft: Bei einem Besuch des Christkindl-Marktes gemeinsam mit Heini verliert sie den überaktiven Jungen aus den Augen. Er verschwindet spurlos in der Menge, und Marie ist am Boden zerstört, denn sie kann ihn nirgends finden. Sie traut sich nicht mehr nach Hause und sieht in ihrer Verzweiflung nur einen schrecklichen Ausweg…

Ein wundervoller historischer Roman mit liebenswerten Protagonisten

Petra Hartliebs Roman hat mich von der ersten Seite an begeistert. Sie lässt nicht nur das vibrierende Wien um 1910 auf beeindruckende Weise lebendig werden, sondern hat mit Marie und Oskar zwei liebenswerte Protagonisten geschaffen, die dem Leser ans Herz wachsen. Mittels der tragischen Lebensgeschichten von Marie und Oskar zeichnet Hartlieb zudem ein aufschlussreiches Porträt der sozialen Zustände einer Epoche, in der Glanz und Schatten eng beieinander lagen. Dies gelingt der Autorin, ohne dabei in Kitsch oder Tränenhascherei zu verfallen. Sie visualisiert die tiefste Armut der Unterschicht und die Opulenz der Oberen mit ihrer singulären Erzählkunst und gewährt uns mit Marie, Oskar und den Schnitzlers informative – und allzu menschliche – Einblicke in beide Welten. Dieser Aspekt hat mir sehr gefallen. Dies gilt ebenso für die wunderschöne Liebesgeschichte der beiden Hauptfiguren, die herrlich romantisch ist. Mein Fazit: Ein ganz zauberhaftes Buch, das unbedingt nach einer Fortsetzung verlangt!

Petra Hartlieb: Journalistin, Buchhändlerin und Bestseller-Autorin

Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren, wuchs aber in Oberösterreich auf. Nach einem Studium der Psychologie und Geschichte arbeitete sie zunächst als Pressereferentin, Literaturkritikerin bzw. Journalistin in Wien und Hamburg.

Wie sie Anne Haeming, SPIEGEL, in einem Interview1 von 2014 verriet, gaben sie und ihr Mann, als sie wieder einmal auf Urlaub in Wien waren, aus einer Laune heraus ein Angebot für eine Wiener Traditionsbuchhandlung ab, die zum Verkauf stand. Womit sie jedoch in keiner Weise gerechnet hatten, war, dass sie den Zuschlag erhielten. Und so kündigten sie und ihr Mann ihre Jobs und zogen mit ihren zwei Kindern nach Wien, um fortan mit ihrer Buchhandlung ihren Lebensunterhalt zu verdienen – ein mehr als schwieriges Unterfangen angesichts der stetig wachsenden Dominanz des Internetriesen Amazon und der großen Buchhandelsketten. Doch ihre Entschlossenheit und ihre unbedingte Liebe zu Büchern ließen sie ihre Kurzschluss-Entscheidung nie bereuen. Ihre Erfahrungen mit ihrem Neustart im Risikoberuf Buchhändler schrieb sie in ihrem autobiografischen Werk Meine wundervolle Buchhandlung nieder, das zu ihrer großen Überraschung ein Bestseller wurde. Dieses Buch möchte ich euch ebenfalls wärmstens empfehlen – schöner kann man seine Liebe zu Büchern und seine bewundernswert idealistische bibliophile Lebensanschauung nicht in Worte fassen.

Darüber hinaus hat Hartlieb in Kooperation mit dem Autor, Literaturredakteur/-kritiker Claus-Ulrich Bielefeld bisher folgende Kriminalromane veröffentlicht: Auf der Strecke (2011), Bis zur Neige (2012), Nach dem Applaus (2013) und Im großen Stil (2014).

Zudem ist sie Herausgeberin und Autorin von Tortenschlachten – Geschichten zum Geburtstag (2015), in dem 25 zeitgenössische Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre außergewöhnlichen Stories zum Thema Geburtstag zum Besten geben.

Ihr neuestes Werk ist der hier vorgestellte Roman Ein Winter in Wien, dem sicherlich ebenfalls der Sprung in die Bestsellerlisten mühelos gelingen wird.

Weitere Informationen über Petra Hartlieb findet ihr auf der Verlagseite, http://www.rowohlt.de/hardcover/petra-hartlieb-ein-winter-in-wien.html, der ich auch ihre biografischen Angaben entnommen habe, sowie auf der Website ihrer Wiener Buchhandlung, https://www.hartliebs.at/viewer/start.php.


Originalausgabe: Hartlieb, Petra. Ein Winter in Wien. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag GmbH, 2016.
Buchcover: www.rowohlt.de
Quelle1: SPIEGEL ONLINE – Interview von Anne Haeming: http://www.spiegel.de/karriere/beruf-im-buch-journalistin-oeffnet-buchhandlung-in-wien-a-996283.html, 13.10.2014.

Ein sonderbarer Gast

Aude Le Corff: Das zweite Leben des Monsieur Moustier

Es gibt Romane, die nach Lektüre wie ein wohltuender Balsam wirken. Sie wecken schöne und schmerzhafte Erinnerungen, stimmen glücklich und traurig, und am Ende schließt man das Buch mit dem beruhigenden Gefühl, dass menschliche Wärme, Mitgefühl, Verständnis und Vergebung alles Schlechte in dieser Welt aufwiegen. Eine solche seelenvolle Geschichte ist auch Aude Le Corffs neuestes Werk Das zweite Leben des Monsieur Moustier, das mit seiner warmherzigen, tiefgründigen Story beeindruckt, die bis zum Schluss gefangen nimmt. Dies liegt in erster Linie an den beiden Protagonisten, die – trotz aller Unterschiede – Freunde werden, weil sie mehr verbindet als sie ahnen, denn sie leben beide mit einem schmerzhaften Geheimnis, das ihr Leben geprägt und sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Doch um sich einander anzunähern, müssen beide die Mauer aus Unnahbarkeit und Indifferenz niederreißen, die sie als Selbstschutz um sich herum aufgebaut und mit der sie schon so lange ihre Existenz gemeistert haben.

Eine Oase der Ruhe

Die namenlose Ich-Erzählerin, eine Kriminalschriftstellerin, kauft mit ihrem Mann Damien und ihrer kleinen Tochter Lucie ein Haus an der bretonischen Küste. Das idyllische Anwesen mit dem wildromantischen Garten soll für die schwangere Autorin, die an ihrem neuesten Roman arbeitet, und ihre Familie eine Oase der Ruhe fernab vom Pariser Lärm und der enervierenden Großstadthektik werden. Das Haus hatte ihr und ihrem Mann auf Anhieb gefallen, und der Kauf ließ sich problemlos abwickeln. Der ehemalige Besitzer, Guy de Moustier, war aufgrund fortschreitender Demenz von seinen beiden Töchtern in einem naheliegenden Heim untergebracht worden. Die völlig unterschiedlichen Frauen, die aus ihrer schlechten Beziehung zu ihrem schwierigen Vater keinen Hehl machen, sind froh, ihren alten Herrn und das Haus so schnell losgeworden zu sein und lassen sich nicht mehr blicken.

Ein griesgrämiger Eindringling

Nach der Geburt ihres kleinen Sohnes Robin fühlt sich die Schriftstellerin in ihrem neuen Zuhause schon fast heimisch. Doch Tochter Lucie vermisst Paris und kann sich so gar nicht mit ihrer neuen Umgebung anfreunden. Zudem missfällt es ihr, dass ihr kleiner Bruder jetzt alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und auch mit ihrem Mann scheint etwas nicht zu stimmen: Er ist merkwürdig still, völlig überarbeitet und kaum zugänglich. Doch viel Zeit hat sie nicht, um seinem merkwürdigen Verhalten auf den Grund zu gehen, denn sie möchte ihren neuen Thriller so schnell wie möglich fertigstellen. Eines Tages, als sie wieder einmal ihr Manuskript überarbeitet, öffnet sich die Tür und ein mürrischer alter Herr tritt ein: Er geht schnurrstracks in den Keller, wo er stundenlang mit seinen Werkzeugen hantiert. Sie ist zu überrascht und auch ein wenig eingeschüchtert von seiner Autorität, um ihn hinauszuwerfen. Eine Nachbarin bestätigt ihr schließlich das, was sie bereits vermutete: Der griesgrämige Eindringling ist Guy de Moustier, der ehemaliger Besitzer, ein mürrischer Eigenbrötler, der das Haus einst von seinem Vater erbte und dort viele Jahre ein einsames Dasein fristete, nachdem seine Frau und seine Töchter ihn verlassen hatten.

Verbindende Schicksale

Die Autorin vermutet, dass er vielleicht nur kurz aus seinem Heim entwischt ist und denkt nicht weiter über die kuriose Begegnung nach, doch Guy de Moustier kommt auch am nächsten Tag wieder – immer dann, wenn sie allein ist. Die Autorin merkt, wie wohl er sich in seinem alten Zuhause fühlt, und wie wichtig es für ihn ist, wenigstens für einige Stunden in seiner gewohnten Umgebung zu sein. Sie lässt ihn gewähren, erzählt aber ihrem Mann nichts von ihrem sonderbaren Gast. Und zu ihrer Überraschung beginnt sie ihn zu mögen, diesen komischen, gefühlsarmen Kauz, dem Tiere und Pflanzen lieber sind als Menschen.

Ganz langsam nähern sie sich einander an, und er erzählt ihr vom tragischen Schicksal seiner Familie, eine Erinnerung von so schrecklichem Ausmaß, dass er es nie schaffte, sie mit seiner Frau und seinen Töchtern zu teilen. Und auch die Schriftstellerin fasst mehr und mehr Vertrauen zu ihm und berichtet von ihrem cholerischen Vater, der ihr und ihrer Mutter das Leben zur Hölle machte und sie veranlasste, ihr Elternhaus schon mit 17 Jahren zu verlassen.

Ihre langsam wachsende Freundschaft lässt die beiden aufblühen, denn die schwere Last, die sie zu erdrücken schien, ist plötzlich so leicht und erträglich. Doch eines Tages verschwindet der alte Moustier, und die Autorin merkt, wie sehr er ihr fehlt, obwohl er sie in seiner Sturheit, Arroganz und Unnachgiebigkeit manchmal sehr an ihren Vater und auch an ihren Großvater erinnerte. Sie macht sich auf die Suche und unterdrückt das ungute Gefühl, das nicht weichen will…

Ein leiser Roman voller Wärme und Menschlichkeit

Mit dieser außergewöhnlichen Geschichte ist Aude Le Corff ein sehr berührendes Werk gelungen, das noch lange nach Lektüre im Gedächtnis bleibt. Ihr leiser Roman voller Wärme und Menschlichkeit zeigt, wie sehr das persönliche Schicksal einen Menschen prägt und ihn zu dem macht, der er ist. Er verdeutlicht, wie viel Schmerz und Zorn Menschen manchmal in sich verschließen und wie sehr sie mit sich und ihrem Leben hadern. Le Corff veranschaulicht aber auch, dass es immer einen Ausweg aus diesem Seelengefängnis  gibt: Nachdem sich ihr Protagonist Moustier der Autorin geöffnet und ihr von seinen schrecklichen Erlebnissen berichtet hat, beginnt sein zweites Leben. Er fühlt sich befreit und lebt nochmals auf. Gleiches gilt für die Autorin, die versucht, Verständnis für ihren Vater aufzubringen, um ihm endlich verzeihen zu können. Keine leichte Aufgabe, aber sicherlich eine, die uns, wenn sie denn gelingt, die Bedeutsamkeit von Empathie und Vergebung erkennen lässt.

Aude Le Corff: Französische Schriftstellerin mit japanischen Wurzeln

Über die Schriftstellerin Aude Le Corff ist nicht viel bekannt. Sie wurde 1977 in Tokio geboren und studierte Wirtschaft und Psychologie. 2009 startete sie ihren Blog Nectar du Net, für den sie mit dem Prix ELLE ausgezeichnet wurde.

2013, im Alter von 38 Jahren, veröffentlichte die Autorin, die schon als kleines Mädchen Schriftstellerin werden wollte, ihren ersten Roman Bäume reisen nachts (Les arbres voyagent la nuit). Diese bezaubernde Geschichte, die ich euch ebenfalls wärmstens empfehlen möchte, handelt von der kleinen Manon, die nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter untröstlich ist und sich in die Welt der Bücher flüchtet, die sie ganz allein unter einer riesigen Birke liest. Weder ihr Vater noch ihre Tante lässt sie an sich heran. Nur der mürrische alte Nachbar Anatole schafft es, zu Manon durchzudringen, obwohl er Kinder eigentlich gar nicht mag. Doch heimlich ist ihm die Kleine ans Herz gewachsen, und er beginnt, gemeinsam mit ihr Der kleine Prinz zu lesen. Dies ist nicht nur der Anfang einer wunderbaren Freundschaft, sondern auch der Beginn eines großen Abenteuers, das seinen Lauf nimmt, als Manon unverhofft Briefe ihrer Mutter erhält. Bäume reisen nachts ist ein ganz wunderbares Buch für stille, schöne Stunden.

Zwei Jahre später erschien ihr zweiter Roman, der hier vorgestellte Das zweite Leben des Monsieur Moustier (L’Importun). Wie Le Corff Frédérique Bréhaut1 in einem Interview verriet, weist die Protagonistin dieses Buchs einige Ähnlichkeiten mit ihr auf: Auch sie ist Schriftstellerin und zog von Paris nach Nantes, als sie schwanger war. Das fiktive Haus der Protagonistin und ihrer Familie ist dem Anwesen, in dem sie heute wohnt, inkl. Garten nachempfunden. Wie ihre weibliche Hauptfigur, lebte auch Le Corff eine Zeit lang in Japan, ein Land, an das sie bis heute schöne Erinnerungen hat.

Le Corff lebt mit ihrer Familie in Nantes, wo auch ihre Romane entstanden sind.

Die biografischen Informationen über die Autorin sind der Verlagsseite entnommen.


Originalausgabe: Corff, Aude Le. L’Importun. Paris: Éditions Stock, 2015.
Deutsche Ausgabe: Corff, Aude Le. Das zweite Leben des Monsieur Moustier. Aus dem Französischen von Anne Braun. Berlin: Insel Verlag/Suhrkamp Verlag, 2016.
Buchcover: www.suhrkamp.de

1Interview mit Aude Le Corff von Frédérique Bréhaut, Blog: Le Maine Livres: http://lemainelivres.blogs.lemainelibre.fr/%C2%AB-j%E2%80%99ai-tout-plaque-pour-ecrire-%C2%BB-27-06-2015-559