Verrückte Liebe

Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles

Es gibt Geschichten, die treffen mitten ins Herz. Sie drehen die Welt auf den Kopf und lassen sie für eine kleine Weile stillstehen. Olivier Bourdeauts Debütroman Warten auf Bojangles fällt in diese Kategorie. Er beschwingt, macht glücklich und feiert das Leben und die Liebe. Und doch ist er zuweilen voller Traurigkeit und Melancholie – so wie das Lied Mr. Bojangles, wunderbar interpretiert von Nina Simone, das uns bis zum Ende der Erzählung begleitet. Im Fokus dieser aus zwei Perspektiven geschilderten tragisch-schönen Story steht die bedingungslose Liebe des Protagonisten Georges zu seiner Frau. Als er die extravagante Lady mit dem Federhut zum ersten Mal auf einer Party ekstatisch tanzen sieht, ist es um ihn geschehen. Er verfällt ihr hoffnungslos, obwohl eine innere Stimme ihm sagt, dass etwas mit ihr ganz und gar nicht stimmt.

Die Frau mit dem Federhut

Doch Georges, dessen Karriere stetig bergauf geht, hat genug von der tagtäglichen Monotonie und entscheidet sich für die Frau, die sein bis dato wohlgeordnetes Leben in ein bodenloses Chaos verwandelt. Er geht ganz auf sie ein und versucht, ihre psychische Instabilität und die damit einhergehenden Phasen zwischen Euphorie und Depression mit einem ausgelassenen, übersteigerten Lifestyle aufzufangen. Er nennt sie nie länger als zwei Tage beim gleichen Namen, feiert mit ihr und vielen Gästen opulente Parties, tanzt mit ihr zu der einzigen Platte, die sie liebt, Mr. Bojangles, mixt spritzige Cocktails und nimmt jede ihrer noch so wahnwitzigen Ideen auf.

Als ihr Sohn auf die Welt kommt, wird sie ruhiger, und Georges hofft, dass sich ihre psychischen Probleme dadurch vielleicht von selbst lösen. Doch weit gefehlt: Sie bindet den Kleinen in ihr exzentrisches Leben ein und lässt ihn an allen Events teilhaben. Als er seine Erlebnisse in der Schule erzählt, glaubt ihm niemand. Er wird zum Außenseiter, doch das macht ihm nichts, denn was sind schon die Witze seiner Schulkameraden gegen die tollen Einfälle seiner Maman? Aber auch der kleine Sohn, der seine Mutter bedingungslos liebt, entdeckt mit dem sicheren Instinkt eines Kindes, dass sie nicht so ist wie andere Mütter. Er nimmt ihre oftmals verstörenden Stimmungsschwankungen wahr und versucht, sie, wie sein Vater, vor sich und der Welt zu beschützen.

Gefährlicher Wahn

Als seine Eltern ihn nach wiederkehrenden Dissonanzen mit der Schulleitung schließlich aus der Schule nehmen, um ihn privat zu unterrichten, ist er glücklich, denn endlich können er und seine Eltern nach Spanien in ihr traumhaftes Domizil, das Wolkenschloss, fahren, wann immer sie wollen. Doch das Leben im Partytime-Modus und das innige Glück der drei ist nicht von Dauer: Vater und Sohn bemerken mit wachsender Sorge, wie ihre geliebte Frau und Mutter immer öfter außer Kontrolle gerät und in ihre eigene Welt versinkt. Darüber hinaus plagen sie finanzielle Probleme, denn Georges‘ sorgloses Geldausgeben fordert seinen Tribut. Doch noch bevor er eine Lösung finden kann, bringt sich seine Frau durch eine abstruse Aktion in höchste Lebensgefahr und setzt damit eine verhängnisvolle Abwärtsspirale in Gang, nach der nichts mehr so ist wie vorher…

Ein sehr berührender, warmherziger Roman über eine außergewöhnliche Liebe

Es gibt so viele Adjektive, um diesen wunderbaren Roman zu beschreiben – verrückt, amüsant, traurig, rührend, gefühlvoll, romantisch, skurril – jedes passt auf seine ganz eigene Weise. Olivier Bourdeaut beschreibt das durch die Krankheit der Mutter bedingte, täglich wechselnde Gefühlschaos einer in jeder Hinsicht unkonventionellen kleinen Familie sehr eindringlich und bewegend. Aus der Perspektive des Vaters Georges und seines kleinen Sohnes erhalten wir aufschlussreiche Einblicke in das Seelenleben der beiden, in dem Hoffnung und Verzweiflung nahe beieinander liegen. Während Georges tief im Inneren stets hofft, dass es seiner Frau bald bessergeht und alles tut, damit sie nicht völlig die Bodenhaftung verliert, erkennt er mit wachsender Besorgnis, wie sehr ihr Zustand seinem Sohn zu schaffen macht.

Die Kapitel, die Bourdeaut aus Sicht des Sohnes erzählt, gehen ganz besonders ans Herz. Der Kleine liebt seine Maman sehr und gibt sein Bestes, um sie glücklich zu sehen. Zunächst genießt er die lustigen Spiele, die tollen Partys und die täglichen Verrücktheiten mit seiner Mutter, die ihn vergöttert und wie einen Mini-Erwachsenen behandelt. Für ihn ist das Leben mit seinen Eltern ein einziges Abenteuer, bei dem er jeden Tag etwas Aufregendes erlebt (dies gilt im Übrigen auch für den Leser, der den dreien schmunzelnd und vergnügt durch ihren amüsanten Alltag folgt). Als die depressiven Phasen seiner Mutter jedoch überwiegen, ist er völlig überfordert. Er kann nicht verstehen, warum seine Maman plötzlich grundlos weint und tröstet sie so gut er kann. Die Szene, wo der Kleine seiner Mutter hilflos übers Gesicht streicht, als sie wieder einmal einen Zusammenbruch hat, ist mir sehr ans Herz gegangen.

Bourdeauts Roman hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht. Dies liegt vor allem an der einzigartigen Fähigkeit des Autors, den Menschen tief in die Seele zu schauen und ihre widersprüchlichen Gefühle in liebevolle Worte zu fassen. Warten auf Bojangles ist eine rührende Hymne an die Liebe, die das Leben in all seiner Tragik zu einem grandiosen Ereignis macht. Mein Fazit: D a s literarische Highlight des Jahres – unbedingt lesenswert!

Olivier Bourdeaut: Frankreichs literarischer Shooting Star

Olivier Bourdeaut wurde 1989 als Sohn eines Notars in Nantes geboren. Nachdem sein Studium nicht den gewünschten Erfolg brachte, arbeitete er zunächst als Erntehelfer, später dann als Immobilienmakler in seiner Heimatstadt. Als er im Alter von 30 Jahren seinen Job verlor, beschloss er, sich der Schriftstellerei zu widmen. Er schrieb zunächst zwei Jahre an seinem ersten Roman, ein düsteres und zynisches Werk, für das er von den Verlagen nur Absagen erhielt, obwohl man ihm riet, unbedingt mit dem Schreiben weiterzumachen.

Sein zweiter literarischer Versuch sollte ein heiteres-melancholisches Buch werden. Er schrieb es bei seinen Eltern in Spanien und stellte es in nur sieben Wochen fertig. Heraus kam der hier vorgestellte Roman Warten auf Bojangles, den der französische Verlag Éditions Finitude veröffentlichte. Mit seinem Erstlingswerk avancierte Bourdeaut sogleich zum literarischen Shooting Star, denn seine einzigartige Geschichte wurde ein sensationeller Erfolg. Die Presse überschlug sich – zu Recht – mit Lobpreisungen, allen voran Jérôme Garcin vom Le Nouvel Observateur, der mit seiner begeisternden Rezension1 die Lawine ins Rollen brachte und dem Buch einen hohen Bekanntheitsgrad bescherte.

Darüber hinaus erhielt Bourdeaut zahlreiche Preise – den Prix France Culture-Télérama 2016, den Grand Prix RTL-Lire 2016, den Prix Emmanuel Roblès 2016 und den Prix Roman France Télévisions 2016. Das Highlight war jedoch seine Nominierung als einer der vier Finalisten des renommierten Prix Goncourt – eine ganz besondere Ehre für den Debütautor.

Weitere Informationen über Olivier Bourdeaut findet ihr auf den Verlagsseiten www.piper.de und www.finitude.fr, denen ich neben der französischen Wikipédiaseite seine biografischen Angaben entnommen habe


Originalausgabe: Bourdeaut, Olivier. En attendant Bojangles. Bordeaux: Éditions Finitude, 2016.
Deutsche Ausgabe: Bourdeaut, Olivier. Warten auf Bojangles. Aus dem Französischen von Norma Cassau. München/Berlin: Piper Verlag GmbH, 2017.
Buchcover: www.piper.de

Interview1:
http://bibliobs.nouvelobs.com/l-humeur-de-jerome-garcin/20160108.OBS2469/retenez-bien-ce-nom-olivier-bourdeaut.html

Zurück zu den Wurzeln

Alexander Oetker: Retour

Ein spannender frankophiler Kriminalroman mit viel Lokalkolorit – packend, bewegend und spritzig zugleich? Debütautor Alexander Oetker zeigt, wie es geht und legt mit Retour ein erfolgversprechendes Erstlingswerk vor, dessen Protagonist alle Attribute eines Kultkommissars besitzt. Commissaire Luc Verlain, Bon Vivant und Ladies‘ Man, liebt seinen Job als Leiter der 2. Pariser Mordkommission und genießt sein Leben in der pulsierenden französischen Metropole in vollen Zügen. Er hat ein Faible für exquisites Essen, Schweizer Zigaretten, schnelle Autos und schöne Frauen, die er gerne des Öfteren wechselt, denn eine feste Beziehung kommt für den überzeugten Junggesellen nicht in Frage.

Sorgenvolle Rückkehr

Als sein Vater, ein Austernfischer, unheilbar an Krebs erkrankt, ist es vorbei mit Lucs locker-leichtem Lebensstil. Da er ihn in seinem fragilen Zustand nicht allein lassen möchte, bittet Luc um zeitweilige Versetzung in seine alte Heimat Bordeaux (Region Aquitaine), die er vor ca. 15 Jahren als junger Polizist verlassen hatte, weil sie ihm zu provinziell und spießig erschien und er in Paris Karriere machen wollte, was ihm dann auch gelang. Sein Weg zurück nach Hause erfüllt ihn mit Unbehagen: Der nahende Tod seines Vaters bestürzt ihn, alte Erinnerungen, die er nur zu gerne beiseite geschoben hatte, kommen wieder hoch. Aber kaum angekommen, fühlt er sich, als wäre es nie weg gewesen. Alles ist so vertraut – die Umgebung, das Meer, die Menschen, die ihn freudig begrüßen, sogar seine Lieblingsläden sind noch da: Jacques‘ kleine Boulangerie und sein Lieblingsrestaurant La Plage, wo Patron Gaston mit seiner deutschen Frau noch immer lokale Köstlichkeiten serviert.

Mord am Strand

Aber viel Zeit zur Wiedereingewöhnung bleibt Luc nicht. Sein alter und neuer Chef Preud’homme erwartet seinen ehemaligen Lieblingsschüler schon voller Vorfreude, um ihn seinem neuen Team vorzustellen: Commandante Anouk Filipetti, die Luc auf Anhieb sympathisch und sehr attraktiv findet, Brigadier Hugo Pannetier, ehemaliges Mitglied der Spezialpolizei und der Mann fürs Grobe und Commissaire Etxeberria, gleichgestellter Leiter der Abteilung. Alle heißen ihn herzlich willkommen, bis auf Etxeberria, der keinen Hehl daraus macht, wie wütend er darüber ist, dass man ihm Luc vor die Nase gesetzt hat. Er fühlt sich übergangen und steht seinem neuen Kollegen äußerst feindselig gegenüber.

Doch dann geschieht ein Mord in der beschaulichen Region, der alle Eitelkeiten in den Hintergrund rücken lässt. Am Morgen nach einem Fest findet man die 17-jährige Caroline Derval tot am Strand. Luc und seinem Team bietet sich ein Bild des Grauens: Das Mädchen wurde brutal erschlagen – alles deutet auf eine Tat im Affekt. Während Carolines Mutter und ihr Stiefbruder Thomas die Todesnachricht tief erschüttert aufnehmen, hat ihr Vater, ein gewalttätiger Rassist, sofort den Schuldigen parat: Carolines Ex-Freund, der vorbestrafte Algerier Hakim, der die Trennung nie verwinden konnte.

Hexenjagd

Commissaire Etxeberria springt nur zu gern auf diesen Zug auf und lässt Hakim ohne Rücksprache mit Luc verhaften, nachdem man Blut auf der Kleidung des Jungen gefunden hatte. Luc ist außer sich und geht in die offene Konfrontation mit seinem Kollegen. Dieser ist jedoch völlig uneinsichtig und informiert – unüberlegt und vorschnell – die Presse über Hakims Verhaftung. Damit bringt er eine Lawine ins Rollen, denn als man Hakim mangels Beweisen wieder auf freien Fuß setzt, beginnt eine gnadenlose Hexenjagd auf den Jungen, der verzweifelt seine Unschuld beteuert. Luc und sein Team geraten in Lebensgefahr, als sie versuchen, Hakim vor dem aufgebrachten Mob zu beschützen und den wahren Täter zu entlarven, der scheinbar keine einzige Spur hinterlassen hat…

Spannender frankophiler Kriminalroman mit spritzigem Lokalkolorit

Mit Retour ist Alexander Oetker ein vielversprechender Start seiner Krimireihe um Commissaire Luc Verlain geglückt (Band 2 soll bereits in Arbeit sein). Auch wenn Verlain zunächst wie das personifizierte Männer-Klischee daherkommt, so ist Oetkers Protagonist doch weit davon entfernt, ein Stereotyp zu sein, denn auch bei ihm ist nicht alles easy-going. Unter seiner charmanten Oberfläche brodelt es des Öfteren, ein Trauma verfolgt ihn seit Jahren und lässt ihn nicht los. Mitzuerleben, wie sich Verlain weiterentwickelt ist ebenso spannend wie der rätselhafte Mordfall, den es zu lösen gilt.

Auch die anderen Figuren sind Oetker gut gelungen, allen voran Lucs Bordeaux-Team: Die selbstbewusste, natürliche Anouk, die das krasse Gegenteil von Verlains verwöhnten Geliebten ist, der bodenständige Hugo, der für seinen Job lebt und der gewöhnungsbedürftige Querkopf Etxeberria, der nicht nur Verlain mit seinen überhasteten Entscheidungen und Vorurteilen gehörig auf die Nerven geht.

Die Story ist spannend und dramatisch, plätschert aber zugleich auch so leicht und spritzig daher, dass Urlaubsstimmung aufkommt. Eine solche Dualität umzusetzen, ist prinzipiell schwierig, doch Oetker gelingt diese Gratwanderung. Bei Lektüre merkt man schnell, wie sehr Frankreich – und die französische Lebensart – dem Autor am Herzen liegen und wie gut er das Land, die politische Situation und die sozialen Verhältnisse dort kennt. Erschreckend real fängt er auch die steigende fremdenfeindliche Stimmung in Frankreichs sozialen Brennpunkten ein, die beängstigt.

All diese Aspekte machen den Roman zu einem fesselnden Leseerlebnis und zum verheißungsvollen Beginn einer neuen Romanserie, deren Erfolg meines Erachtens schon vorprogrammiert ist. Mein Fazit: Sehr empfehlenswert!

Alexander Oetker: Renommierter Korrespondent/Journalist und Debütautor

Alexander Oetker wurde 1982 als Sohn von August Oetker in Berlin geboren. Er ist gelernter Journalist und startete seine berufliche Karriere zunächst bei der Berliner Zeitung. Darüber hinaus arbeitete er für den Bayerischen Rundfunk und den Mitteldeutschen Rundfunk. Im Jahre 2000 begann er seine Laufbahn bei der RTL-Mediengruppe: Zuerst als Redaktionsassistent, später dann als Berlin-Korrespondent.

2008 – im Alter von nur 26 Jahren – gelang dem engagierten Journalisten ein bedeutender Karrieresprung: Die RTL-Gruppe inkl. Tochterunternehmen n-tv übertrug ihm die Leitung des Pariser Büros, von wo er bis 2011 aus Frankreich und den Benelux-Staaten berichtete. Heute ist Oetker politischer Korrespondent/Reporter des RTL-Hauptstadtbüros und in Berlin und Brüssel primär für die Europa- und Finanzpolitik zuständig. Doch nach Frankreich zieht es ihn immer wieder – seine lokalen Reportagen sind stets exzellent recherchiert und zeugen von fundiertem Wissen um die französische Politik, Kultur und Lebensart.

In seiner Freizeit reist Oetker sehr gerne: Sein Herzensland Frankreich, wie er es nennt, und auch Italien sind dabei die bevorzugten Ziele des leidenschaftlichen Surfers. Aber Berlin ist und bleibt die Heimat des weltoffenen Journalisten. Hier lebt er auch mit seiner Frau und seinem Sohn.

Weitere Informationen über den Autor findet ihr auf seiner Website www.alexanderoetker.de, der ich auch seine biografischen Angaben entnommen habe, und der stimmungsvollen, eigens für den Roman konzipierten Page inkl. Blog www.lucverlain.de.


Originalausgabe: Oetker, Alexander. Retour. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag, 2017.
Buchcover: www.hoffmann-und-campe.de

Mein herzlicher Dank gilt dem Hoffmann und Campe Verlag, der mir den o.g. Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Books to remember
Bücher, die in Erinnerung bleiben

Anita Shreve: Das Gewicht des Wassers

In meiner neuen Rubrik Books to remember – Bücher, die in Erinnerung bleiben möchte ich euch Romane vorstellen, die zu meinen Lieblingswerken zählen, die mich begeistert, bewegt, gefesselt, zum Lachen und zum Weinen gebracht haben und die ich von Zeit zu Zeit immer wieder gerne lese. Ein solches Buch ist auch Das Gewicht des Wassers von Anita Shreve. Die amerikanische Autorin zählt zu meinen literarischen Favoriten. Ich habe alle ihre Romane gelesen und bin immer wieder aufs Neue angetan von ihrem einzigartigen Schreibstil und ihrer sprachlichen Ausdruckskraft. Ihre Geschichten sind ausgefallen, dramatisch, romantisch, spannend, schockierend und berührend – sie schwirren noch lange in den Gedanken, selbst wenn man sich schon längst einer neuen Lektüre zugewandt hat. All diese Attribute machen Shreves Romane für mich zu ganz besonderen Lesehighlights, die ihresgleichen suchen.

Ein lang zurückliegendes Verbrechen

Die Fotoreporterin Jean soll für eine Zeitung die grausamen Morde an zwei norwegischen Immigrantinnen, die 1873 die kleine Insel Smuttynose vor der Küste Neuenglands erschütterten, erneut recherchieren und mit der Kamera dokumentieren. Anethe und Karen Christensen waren damals mit einer Axt regelrecht niedergemetzelt worden. Eine dritte Frau, Maren Hontvedt, überlebte den Angriff schwer verletzt, weil sie sich in einer Höhle versteckte. Als Täter hatte man in Windeseile Louis Wagner, einen 28-jährigen preußischen Einwanderer und Hilfsarbeiter, ausgemacht, der jedoch bis zu seiner Hinrichtung vehement seine Unschuld beteuerte.

Jean verbindet ihren Auftrag mit einem Segeltörn zu den Isles of Shoals gemeinsam mit ihrem Mann Thomas, einem berühmten Dichter, ihrer fünfjährigen Tochter Billie, ihrem Schwager Rich und seiner neuen Freundin Adaline. Ihr ist zwar klar, dass es auf Smuttynose nicht mehr viel zu fotografieren gibt, denn nach einem Brand existieren von dem Mordhaus nicht mal mehr die Grundmauern, aber sie hofft, in den lokalen Archiven weitergehende Informationen über die Mordnacht und den für die damalige Zeit spektakulären Prozess zu finden.

Die Suche nach der Wahrheit

Jean freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie, doch schon nach kurzer Zeit macht sich Ernücherung breit. Ihr wird klar, wie verfahren ihre Ehe mit Thomas ist, dessen Alkoholkonsum ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen hat. Sie haben sich nicht mehr viel zu sagen, nur Tochter Billie scheint die beiden noch zusammenzuhalten. Erste Konflikte und Spannungen treten auf, die sich auf engstem Raum noch verstärken. Rich, durchtrainierter Bonvivant und das krasse Gegenteil seines blassen Bruders, hat kein Verständnis für Thomas‘ selbstzerstörerische Ader und hält zu Jean, während Thomas für Jeans Geschmack viel zu häufig die Nähe von Richs attraktiver Begleiterin Adaline sucht.

In Portsmouth angekommen, begibt sich Jean als erstes in die städtische Bibliothek und hat Glück im ersten Anlauf: Die Archivschriften der Isles of Shoals sind gerade eingetroffen – allerdings komplett durcheinander und unsortiert, doch das tut Jeans Freude keinen Abbruch. Sie sichtet Seite um Seite und versinkt in ihren Recherchen. Schließlich stößt sie auf etwas, was sie nie auch nur zu finden hoffte: Die privaten Aufzeichnungen von Maren Hontvedt, die einzig Überlebende, die ihr Leben und die Mordnacht, die sie schwer traumatisierte, Revue passieren lässt. Da Jean weiß, dass man ihr nie erlauben würde, diese Unterlagen, auf die noch niemand vor ihr aufmerksam geworden ist, mitzunehmen, stiehlt sie sie kurzerhand.

Im Auge des Sturms

Zurück auf dem Boot nimmt Jean mit wachsendem Missfallen zur Kenntnis, wie gut Thomas, Adaline und Billie sich verstehen und wie sehr sie es genießen, Zeit miteinander zu verbringen. Im Gegenzug wendet sie sich verstärkt Rich zu und wird immer abweisender zu Adaline und Thomas, der den Grund für ihren Unmut in keiner Weise nachvollziehen kann. Doch Marens Lebensgeschichte zieht Jean zunehmend in ihren Bann: Ihre arrangierte, lieblose Ehe mit ihrem Mann John, ihre abgöttische Liebe zu ihrem Bruder Evan, ihre Abneigung gegenüber ihrer Schwester Karen und ihre Zurückhaltung gegenüber der naiven Schwägerin Anethe offenbaren ein schwelendes Beziehungsgeflecht, von dem kein Außenstehender wusste. Als Jean schließlich kurz davor ist, den wahren Tätet anhand von Marens Aufzeichnungen zu entlarven, geraten sie und ihre Familie mit ihrem Segelboot in einen schweren Sturm, der ihr Leben auf tragische Weise für immer verändert…

Bewegende Beziehungstragödie mit Schauereffekten

In zwei Handlungssträngen erzählt Shreve sowohl Jeans als auch Marens tragische Geschichte und generiert einen Spannungsbogen mit wohl dosierten Schauereffekten, der bis zur überraschenden, hochdramatischen Auflösung fesselt. Der Roman ist Beziehungstragödie und Thriller zugleich, der darüber hinaus von der Autorin detailliert recherchierte und sehr aufschlussreiche historische Informationen über das karge und entbehrungsreiche Leben der norwegischen Fischer, die nach Amerika immigrierten, beinhaltet.

Die Axtmorde auf Smuttynose im Jahre 1873 sind tatsächlich geschehen, die Stories um Jean und Maren hat die Autorin sehr klug und äußerst packend dazu erdacht. Diese gelungene Mischung aus Facts & Fiction macht das Besondere dieses brillant geschriebenen Romans aus. Auch die Protagonisten sind sehr einprägsam: Die bodenständige Jean, die mit ihrer Ehekrise und ihrer Eifersucht überfordert ist, der von einem schrecklichen Erlebnis traumatisierte Dichter Thomas Janes, der versucht, seine Verzweiflung im Alkohol zu ertränken und nicht zuletzt Maren, deren spartanisches Leben mit ihrem ungeliebten Ehemann John in der Einöde und Kargheit der neuen Heimat zu einem Albtraum wird.

Die Konstellation der Hauptfiguren – in der Gegenwart und in der Vergangenheit – machen die aufkommenden Spannungen für den Leser spürbar. Der schwere Sturm und das aufbrausende Meer, die in der Mordnacht tobten und auch den gegenwärtigen Segeltörn auf tragische Weise beenden, reflektieren das aufgewühlte Seelenleben der Protagonisten. Die Naturgewalten sind zudem Vorboten der schrecklichen Ereignisse, die folgen und nach denen nichts mehr so ist wie vorher.

Nach Lektüre des Romans fragt man sich als Leser unweigerlich, wie es wohl weitergeht. Eine Antwort lässt sich nur schwerlich finden. Allerdings begegnet uns der unglückliche Poet Thomas Janes noch ein weiteres Mal: In Shreves Roman Der weiße Klang der Wellen (The Last Time They Met), der ebenso wie Das Gewicht des Wassers ein Must Read ist.

Anita Shreve: Amerikanische Bestsellerautorin und Journalistin

Anita Shreve wurde 1946 in Dedham (nahe Boston)/Massachusetts als älteste von drei Töchtern eines Piloten und einer Hausfrau geboren. Sie studierte an der Tufts University und arbeitete nach ihrem Abschluss zunächst viele Jahre als High School Lehrerin in Reading. Während dieser Zeit begann sie zu schreiben. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden in Literaturmagazinen veröffentlicht – für die Short Story Past the Island, Drifting erhielt sie den O. Henry Prize.

Ihr wurde allerdings schnell klar, dass sie von der Schriftstellerei allein ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte, und so wandte sie sich parallel dem Journalismus zu. Sie arbeitete drei Jahre als Journalistin für ein afrikanisches Magazin in Nairobi/Kenia. Nach ihrer Rückkehr in die USA lehrte sie Kreatives Schreiben am Amherst College und war freiberuflich für eine Reihe von namhaften Magazinen wie The New York Times Magazine, The New York Magazine etc. tätig.

1989 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Eden Close. Ein erster durchschlagender literarischer Erfolg gelang ihr neun Jahre später – 1997 – mit ihrem fünften Buch, Das Gewicht des Wassers (The Weight of Water), für das sie mit dem PEN New England Award/L. L. Winship ausgezeichnet wurde. Der Roman wurde 2000 von Regisseurin Kathryn Bigelow mit Sean Penn, Sarah Polley und Elizabeth Hurley in den Hauptrollen sehr erfolgreich verfilmt.

Ihr darauffolgender Roman Die Frau des Piloten (The Pilot’s Wife) brachte ihr 1998 auch den internationalen Durchbruch als Schriftstellerin. Das Buch avancierte in kürzester Zeit zum Bestseller: Die berühmte amerikanische Talkmasterin Ophrah Winfrey empfahl es in ihrem namhaften Book Club als Buch des Monats, was seine Bekanntheit noch immens förderte. Der Roman wurde 2002 von Robert Markowitz mit Christine Lathi, Campbell Scott und John Heard verfilmt. 2003 adaptierte dann Regisseur Todd Marnicki einen weiteren Roman der Autorin: Im Herzen des Winters (Resistance) mit Bill Paxton und Julia Ormond.

Insgesamt hat Anita Shreve bisher 17 Romane veröffentlicht, die sich millionenfach verkauften. Ihr neuestes Buch The Stars Are Fire erscheint im April dieses Jahres in den USA.

Weitere Informationen findet ihr auf der Website der Autorin www.anitashreve.com, der ich auch ihre biografischen Angaben entnommen haben.


Originalausgabe: Shreve, Anita. The Weight of Water. Toronto/Canada: Little, Brown & Company, 1997.
Deutsche Ausgabe: Shreve, Anita. Das Gewicht des Wassers. Aus dem Amerikanischen von Mechtild Sandberg. München: Piper Verlag GmbH, 1997.
Buchcover: www.piper.de

Spurlos

Helen Callaghan: Dear Amy

Dieser Debütroman der britisch-amerikanischen Schriftstellerin Helen Callaghan war nach langer Zeit mal wieder ein Thriller, der mir eine schlaflose Nacht beschert hat. Ich wollte nur kurz den Anfang lesen, doch daraus wurde nichts. Die Story hat mich von der ersten Seite an derart gepackt, dass ich sie bis zum explosiven Finale nicht mehr aus der Hand legen konnte. Nicht umsonst hat man Dear Amy der Kategorie Premium Crime zugeordnet, denn diese qualitativ hochwertige und dramatische Geschichte mit ihren mysteriösen Wendungen und ihrer spektakulären Auflösung ist für mich bis jetzt definitiv d a s Highlight unter den Neuerscheinungen dieses Genres in 2017.

Mysteriöses Verschwinden einer Schülerin

Die Protagonistin des Romans ist die engagierte Lehrerin Margot Lewis, die am St. Hilda’s College in Cambridge klassische Philologie lehrt. Darüber hinaus führt sie bei der lokalen Zeitung The Examiner sehr erfolgreich die sogenannte Kummerkasten-Kolumne Dear Amy, wo sie insbesondere Heranwachsenden alle – wenn auch noch so abstrusen – Fragen des Lebens beantwortet. Als eine ihrer Schülerinnen, die 15-jährige Katie Browne, vom einen auf den anderen Tag spurlos verschwindet, ist Margot alarmiert. Da Katie als Problemkind gilt, liegt für die Polizei nahe, dass sie von zuhause ausgerissen ist, und somit hat der Fall für sie auch keine echte Priorität. Aber Margot will das nicht glauben, irgendetwas sagt ihr, dass Katie entführt wurde.

Briefe einer Toten?

Als sie eines Tages die Leserbriefe ihrer Kolumne durchgeht, stockt ihr der Atem: In einem Brief, geschrieben in einer kindlichen Schrift, fleht sie ein Mädchen um Hilfe an. Sie sei von einem fremden Mann entführt worden und fürchte nun um ihr Leben. Das Unheimliche daran ist jedoch der Name der Absenderin: Bethan Avery, ein Mädchen, das vor ca. 20 Jahren ebenso spurlose verschwand wie Katie und nach langer Suche schließlich für tot erklärt wurde, da man als Indiz ein blutiges Nachthemd gefunden hatte. Wie Katie war auch Bethan ein Problemkind, das als Tochter einer alleinerziehenden Drogensüchtigen zumeist bei ihrer Oma Peggy lebte. Als diese als Notfall ins Krankenhaus kam, wurde Bethan von einer Betreuerin sofort zu ihr gebracht, danach jedoch nie wieder gesehen.

Margot ist völlig aufgewühlt, aber nach einer Weile sagt sie sich, dass es sich hierbei nur um einen geschmacklosen Scherz handeln kann. Doch dann erhält sie weitere unheimliche Briefe von derselben Absenderin, die sie nicht loslassen und Panikattacken bei ihr auslösen. Sie beschließt, zur Polizei zu gehen, aber dort glaubt ihr niemand. Man hält es für mehr als unwahrscheinlich, dass die Briefe echt sind bzw. Bethan nach all den Jahren noch am Leben ist.

Unerwartete Hilfe

Als Margot schon beinahe aufgeben will, erhält sie eine Mail von Dr. Martin Forrester vom Institut für Kriminologie. Er bietet an, die Schrift der Briefe mit Bethans Tagebucheintragungen vergleichen und auf Authentizität prüfen zu lassen. Margot willigt ein, ihn zu treffen und übergibt ihm die Briefe. Ihr wird aber sehr schnell klar, dass auch Dr. Forrester berechtigte Zweifel an der Echtheit hat, denn wie sollte es Bethan nach so langer Zeit endlich gelungen sein, einen Brief hinter dem Rücken ihres Entführers zu versenden? Aber Dr. Forresters Gefühl sagt ihm, dass Margot Recht hat und hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Er recherchiert auf eigene Faust weiter und schaltet zudem eine namhafte Psychologin ein. Die Polizei wird daraufhin hellhörig und stellt ebenfalls weitere Nachforschungen an.

Als Margot einen weiteren Brief erhält, in dem die mysteriöse Absenderin den Namen des Entführers offenbart, verliert sie komplett die Fassung. Ihre Panikattacken häufen sich, sie scheint nicht mehr sie selbst. Die beiden Entführungsfälle vereinnahmen sie zusehends, sie wird immer nervöser und hat rätselhafte Blackouts. Dr. Forrester erkennt, wie schlecht es um sie steht und möchte ihr um jeden Preis helfen. Aber Margot traut niemandem mehr, ihre einzige Sorge gilt Katie, die sie unbedingt retten will. Doch Margots Zustand ist besorgniserregend, sie hat sich nicht mehr unter Kontrolle, so dass Dr. Forrester, der sich in sie verliebt hat, schließlich nur einen – äußerst gefährlichen Ausweg – sieht, um Katie zu retten und das Geheimnis um Bethan zu entschlüsseln…

Grandioser Thriller mit spektakulärer Auflösung

Mit Dear Amy ist Helen Callaghan ein grandioses Romandebüt gelungen. In unterschiedlichen Handlungssträngen und aus unterschiedlichen Perspektiven (Margot, Katie, Entführer etc.) erzählt sie uns eine Geschichte, die anfangs schlicht unglaublich, am Ende jedoch so klar ist, dass man es als Leser kaum fassen kann. Wir (ver)zweifeln mit Margot, leiden mit Katie und tauchen darüber hinaus in die bizarre Gedankenwelt des Entführers ein, der scheinbar keine Fehler macht und mit allem davonkommt.

Während wir Margot zu Beginn als starke Persönlichkeit wahrnehmen, müssen wir im Laufe des Romans feststellen, dass sie immer undurchsichtiger und unglaubwürdiger wird. Wir können uns ihrer nicht mehr sicher sein und wissen – wie sie – nicht mehr, wem wir überhaupt trauen können. Da kommt Dr. Forrester als Fels in der Brandung gerade recht, doch ist es nicht gerade er, der uns an Margots Zurechnungsfähigkeit zweifeln lässt? Ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Leser beginnt, das uns vereinnahmt und bis zum finalen Show-down nicht mehr loslässt.

Das ist ein Thriller ganz nach meinem Geschmack: Eine klug konzipierte, außergewöhnliche Geschichte, realitätsnahe Protagonisten und Hochspannung bis zur letzten Seite. Daher mein Fazit: Ein brillanter Pageturner, den man gelesen haben muss!

Helen Callaghan: Mit dem Erstlingswerk zur Bestseller-Autorin

Helen Callaghan wurde in Los Angeles als Tochter britischer Eltern geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend abwechselnd in den USA und Großbritannien. Als junge Erwachsene konnte sie sich nur schwer auf einen Beruf festlegen und testete zunächst unterschiedliche Jobs und Tätigkeiten aus – Krankenschwester, Barfrau und Schauspielschülerin -, bis sie schließlich als Buchhändlerin ihre Erfüllung fand. Sie arbeitete für unterschiedliche Buchhandlungen und war dort primär für den Belletristik-Bereich verantwortlich. Parallel dazu holte sie ihr Abitur auf der Abendschule nach und erhielt schließlich sogar einen Studienplatz für Archäologie an der renommierten University of Cambridge.

Die Schriftstellerei blieb jedoch ihr Steckenpferd, mit dem ihr der Durchbruch als Autorin schneller gelang als erwartet: Ihr Debütroman, Dear Amy, wurde zu einem absoluten Überraschungserfolg in Großbritannien, in nur kurzer Zeit gelang ihr der Sprung auf die Bestsellerlisten. Ich bin fest davon überzeugt, dass ihr dies mit ihrem erstklassigen Thriller auch in Deutschland mühelos gelingen wird, denn ihr Crime Drama ist einfach brillant.

In einem Interview mit ihrer Schriftsteller-Kollegin Gilly Macmillan (Perfect Girl) verriet Callaghan im Übrigen, dass sie bei der Konzeption ihrer Protagonistin Margot Lewis stets Sigourney Weaver als furchtlose Offizierin Ellen Ripley (Alien) vor Augen hatte. Das komplette Interview findet ihr hier: https://www.droemer-knaur.de/leselounge/9298142/.

Wie die Autorin auf ihrer Website www.helencallaghan.co.uk berichtet, lebt sie mit ihrem Hamster Aleister und Unmengen von Büchern in Cambridge, wo sie auch arbeitet. Sie hat darüber hinaus einen Blog, den ihr auf ihrer Homepage findet und auf dem sie über ihren Roman, die Schriftstellerei an sich und über Dinge, die sie gelesen oder recherchiert hat, berichtet. So erfährt man u.a., dass Callaghan ein Faible für alte Herrenhäuser hat, mit denen sie literaturbedingt immer etwas Unheimliches bzw. Schauriges verbindet (z.B. Thornfield Hall aus Charlotte Brontës Jane Eyre oder Manderley aus Daphne du Mauriers Rebecca). Ein solches hat sie natürlich auch in ihren Roman Dear Amy eingebaut. Lasst euch überraschen und lest selbst.


Originalausgabe: Callaghan, Helen. Dear Amy. London: Penguin, 2016.
Deutsche Ausgabe: Callaghan, Helen. Dear Amy. Aus dem Englischen von Heike Reissig. München: Droemer Knaur GmbH & Co. KG, 2017.
Buchcover: www.droemer-knaur.de